Basketball

Bayern schockt Fans: Matchball fahrlässig verspielt

Bayern führt bei Alba schon klar – dann kippt alles. Warum die Münchner trotzdem ans Titel-Happy-End im fünften Spiel glauben.

20.06.2026, 10:55 Uhr

Die Ratlosigkeit war den Basketballern des FC Bayern schon in den letzten Minuten des vierten Finalspiels bei Alba Berlin deutlich anzusehen. Mit einer Zehn-Punkte-Führung schien der Titelverteidiger lange auf Kurs zum entscheidenden dritten Sieg und zur erneuten Meisterschaft. Doch vor knapp 9.000 Zuschauern in aufgeheizter Atmosphäre drehte Alba die Partie in der extrem heißen Max-Schmeling-Halle noch und ließ bei den Münchnern ungläubige Gesichter zurück. Nun bleibt nur wenig Zeit, um sich vor dem entscheidenden fünften Spiel am Sonntag um 16.30 Uhr in München wieder zu sammeln.

Pesic moniert Bruch nach starker Anfangsphase

"Wir haben 25 Minuten so gespielt, wie man in dieser Atmosphäre spielen muss", sagte Bayern-Coach Svetislav Pesic nach dem 61:71 an seiner früheren Wirkungsstätte. Danach habe Alba jedoch deutlich aggressiver verteidigt. Zudem störte den Münchner Trainer, dass sich die Berliner viele Offensivrebounds sicherten und daraus wichtige zweite Chancen nutzten. "Wenn du nur reagierst, ist es nicht einfach, wieder ins Spiel zu kommen", erklärte Pesic.

Bayern findet keinen Weg aus der Spirale

Der 76-Jährige kritisierte außerdem, dass seine Mannschaft aus seiner Sicht zu häufig zu den Schiedsrichtern geschaut habe, statt selbst die Kontrolle zurückzugewinnen. "Ich habe in meiner Zeit bei Bayern noch nie erlebt, dass wir unser Konzept so verloren haben", sagte Pesic, der nach der Saison in den Ruhestand gehen will.

Die Berliner ließen im zweiten Spielabschnitt nur 16 Punkte der Gäste zu und steigerten sich auch offensiv deutlich, obwohl auf beiden Seiten viele Würfe nicht fielen. Justus Hollatz zeigte sich nach dem Einbruch ratlos: "Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir haben komplett den Faden verloren. Wir haben uns zu sehr in diese Spirale reinziehen lassen und sind dann nicht mehr rausgekommen."

Berlins Defensive wird zum Knackpunkt

Auch Bayern-Kapitän Niels Giffey, selbst einst in Berlin aktiv, hob die starke Verteidigung des Gegners hervor. "Das war der Knackpunkt", sagte er. Viel Zeit zum Hadern bleibe aber nicht: "In zwei Tagen geht es weiter. Das ist das Gute."

Oscar da Silva, ebenfalls mit Berliner Vergangenheit, wollte die Niederlage ebenfalls schnell abhaken und richtete den Blick sofort auf das alles entscheidende fünfte Spiel in München. "Wir müssen defensiv bei 100 Prozent sein, dann sind wir in der Lage, Alba zu schlagen", sagte er.

Für Pesic, der seine Vereinslaufbahn in Deutschland einst bei Alba begonnen hatte, ist der erhoffte runde Abschluss seiner Trainerkarriere damit weiter offen. Vor dem Showdown komme es nun vor allem auf körperliche und mentale Regeneration an. Eine schlechte Vorbereitung führe schnell zu negativen Gedanken, warnte der Bayern-Coach. Zugleich zeigte er sich entschlossen: "Ich weiß schon, was wir machen müssen."

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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