Basketball

Pesic enthüllt nach Final-Blamage: «Nie ein Team»

20 Punkte weg, Titel futsch: Bayern verspielt gegen Alba die Meisterschaft – und Pesic rechnet nach dem Finale gnadenlos ab.

22.06.2026, 03:49 Uhr

Pesic nach Final-K.o. selbstkritisch: "Kein echtes Team geformt"

Nach der verlorenen Finalserie gegen Alba Berlin hat Bayern-Trainer Svetislav Pesic seine Mannschaft und auch sich selbst ungewöhnlich deutlich kritisiert. Der 76-Jährige zog nach dem entscheidenden Spiel ein ernüchterndes Fazit: Es sei ihm nicht gelungen, aus dem Kader eine Einheit zu machen. Damit blieb ihm in seinem letzten Spiel vor dem Ruhestand der erhoffte versöhnliche Abschied verwehrt.

Die Münchner unterlagen im fünften und entscheidenden Bundesliga-Finale in eigener Halle mit 81:84 – obwohl sie zur Halbzeit noch klar mit 47:27 vorne gelegen hatten.

Pesic war Anfang Dezember nach der Trennung von Meistertrainer Gordon Herbert zum FC Bayern zurückgekehrt. Mit dem finanziell stärksten Kader der Liga sollte der erfahrene Coach die Saison retten. Für Pesic war es ein überraschendes Comeback, nachdem er mit den Bayern bereits 2014 die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Diesmal, so machte er deutlich, habe jedoch die mannschaftliche Geschlossenheit gefehlt. Gerade in schwierigen Phasen sei es seinem Team nicht gelungen, zurückzuschlagen.

Besonders bitter: Schon in Spiel vier und nun auch im fünften Duell verspielten die als Favorit gestarteten Bayern deutliche Führungen. Im letzten Endspiel lagen die Gastgeber kurz vor dem Ende des dritten Viertels noch mit 16 Punkten vorn, brachen danach aber komplett ein. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den Münchnern. Routinier Niels Giffey sprach nach der Niederlage von extremer Frustration.

FC Bayern München - Alba Berlin
Bei Bayern-Star Andreas Obst sitzt die Enttäuschung tief. Quelle: Matthias Stickel/dpa

Spannungen mit einzelnen Spielern

Pesic ließ zudem durchblicken, dass ihn das Verhalten einiger Profis im Saisonverlauf gestört habe. Näher erläutern wollte er das nicht, stellte aber klar, dass es Dinge gebe, die er nicht akzeptiere.

Bereits im ersten Finalspiel war es bei einer Auswechslung zu einer Auseinandersetzung mit Xavier Rathan-Mayes gekommen. Danach spielte der Guard in drei der folgenden vier Partien keine Rolle mehr. Auch Stefan Jovic, mit dem Pesic 2023 noch das WM-Finale erreicht hatte, war schon lange vor den Playoffs aus dem Aufgebot gestrichen worden.

Trotz aller Kritik betonte Pesic, dass er seinen Spielern die Professionalität nicht grundsätzlich absprechen wolle. Entscheidend sei für ihn jedoch etwas anderes: Die Mannschaft müsse immer über dem Einzelnen stehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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