Hitze hält Deutschland und Europa weiter im Griff – Waldbrandgefahr steigt
Deutschland steht zu Wochenbeginn weiter unter einer anhaltenden Hitzewelle. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in den kommenden Tagen mit viel Sonne und Temperaturen von teils bis zu 39 Grad. Eine spürbare Abkühlung ist nach derzeitigem Stand vorerst nicht in Sicht.
Der Wochenauftakt steht laut DWD ganz im Zeichen von Sommerwetter mit hoher Belastung. Vor allem im Süden und in weiten Teilen der Mitte werden am Dienstag schwülheiße 30 bis 37 Grad erwartet. Im Norden und Osten bleibt es mit 24 bis 30 Grad zwar etwas weniger extrem, sommerlich warm ist es aber auch dort.
Im Südwesten lokal fast 40 Grad möglich
Zur Wochenmitte soll sich die Hitze weiter nach Norden ausdehnen. Besonders im Südwesten könnten die Temperaturen auf bis zu 39 Grad steigen. Lokal seien sogar knapp 40 Grad möglich, auch wenn das noch unsicher ist. Mit einer Abkühlung rechnen die Meteorologen derzeit frühestens zu Beginn der kommenden Woche.
Neben der Hitze bleibt auch das Gewitterrisiko ein Thema. Nach DWD-Angaben besteht vor allem im äußersten Süden und Südosten sowie in den Mittelgebirgen Potenzial für teils kräftige Gewitter.
Waldbrandgefahr nimmt weiter zu
Mit der anhaltenden Trockenheit steigt in Deutschland auch die Waldbrandgefahr. Der Waldbrand-Gefahrenindex des DWD zeigt für Donnerstag in weiten Teilen Süddeutschlands Stufe vier von fünf an, was einer hohen Gefahr entspricht. Für Teile Brandenburgs wird sogar Stufe fünf erwartet, also eine sehr hohe Gefahr.
Hohe Temperaturen und trockene Luft können Brände deutlich begünstigen. Vegetation trocknet schneller aus, Böden verlieren Feuchtigkeit, und Feuer können sich dann rasch ausbreiten und schwerer bekämpft werden.
Spanien unter Hitzedruck
Auch auf der Iberischen Halbinsel leiden viele Menschen unter extremer Wärme. In Spanien hat die erste offizielle Hitzewelle dieses Sommers begonnen. Die Wetterbehörde AEMET warnt in weiten Teilen des Landes vor erheblichen Gesundheitsrisiken. Betroffen sind nach Behördenangaben 5.561 Gemeinden mit rund 27 Millionen Einwohnern und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Während an der spanischen Mittelmeerküste weitgehend keine Warnungen galten, wurde für den Südwesten Mallorcas am Wochenende die Warnstufe Orange ausgegeben. Dort wurden Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet. In Palma brach am Samstag ein 57 Jahre alter deutscher Urlauber während eines Stadtbummels zusammen. Nach Medienberichten mit Bestätigung der örtlichen Polizei klagte er über Atemprobleme, verlor das Bewusstsein und wurde ins Krankenhaus gebracht. Seit Montag hat sich die Wetterlage auf der Insel etwas beruhigt.
Bis zu 37 Grad in Portugal
In Portugal sorgt heiße Luft aus Nordafrika ebenfalls für hochsommerliche Bedingungen. Im Landesinneren werden Spitzenwerte von bis zu 37 Grad erreicht. Besonders im Blick stehen die Regionen Bragança, Vila Real und Guarda, wie der Wetterdienst IPMA mitteilte. An der Küste bleibt es mit Höchstwerten um 30 Grad vergleichsweise etwas erträglicher.
Italien rechnet mit anhaltender Schwüle
Auch in Italien setzt die Hitze vielen Menschen zu. In zahlreichen Regionen stiegen die Temperaturen auf nahezu 40 Grad und lagen damit teils bis zu zehn Grad über den für diese Jahreszeit üblichen Werten. Nach Angaben von Meteorologen sind vor allem die Po-Ebene im Norden, die Binnengebiete in Mittelitalien und Sardinien betroffen. Fachleute gehen davon aus, dass das schwüle Wetter noch mindestens acht bis zehn Tage anhalten wird.
Frankreich verhängt teils Alkoholverbot
Frankreich ist ebenfalls stark von der Hitzewelle betroffen. Für Montag gilt in 49 Départements und damit in etwa für die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Bereits am Sonntag hatte der Wetterdienst Météo France für 35 Départements Alarm ausgelöst, darunter auch für Paris.
Um die Rettungsdienste während der landesweit gefeierten „Fête de la musique“ zu entlasten, wurde in besonders betroffenen Gebieten der Alkoholkonsum auf öffentlichen Straßen untersagt. Teilweise wurden Veranstaltungen des Musikfests sogar abgesagt.
In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen weiter steigen. Nach Medienberichten kündigte Bildungsminister Édouard Geffray an, dass mehr als 800 Schulen geschlossen bleiben und rund 1.800 weitere Einrichtungen ihre Stundenpläne anpassen werden.
Griechenland: Weniger Hitze, aber hohe Waldbrandgefahr
Während große Teile Mitteleuropas unter einer frühen Hitzewelle leiden, verläuft der Juni in Griechenland bislang ungewöhnlich mild. Im Großraum Athen stiegen die Temperaturen seit Monatsbeginn kaum über 32 Grad. Dennoch bleibt die Lage angespannt, weil Trockenheit und Wind die Waldbrandgefahr erheblich erhöhen. Schon kleine Feuer können sich innerhalb weniger Minuten ausbreiten. Am Wochenende gab es mehrere kleinere Brände, die mithilfe von Löschflugzeugen und Hubschraubern rasch eingedämmt wurden. Der Zivilschutz warnt jedoch weiterhin vor hoher Brandgefahr.
Großbritannien bangt vor möglichen Rekorden
Auch in Großbritannien könnten in den kommenden Tagen neue Höchstwerte erreicht werden. Der Wetterdienst Met Office warnte für Teile Englands und für Wales bis mindestens Donnerstag vor extremer Hitze. Am Mittwoch und Donnerstag könnten die Temperaturen örtlich auf bis zu 38 Grad steigen.
Nach Einschätzung des Wetterdienstes ist es damit durchaus möglich, dass der bisherige britische Juni-Rekord von 35,6 Grad fällt. Dieser Wert war 1976 in Southampton gemessen worden. Zudem werden tropische Nächte erwartet, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion