Die CDU-Spitze will am 11. Oktober in Berlin zu einer Klausur zusammenkommen, um die Konsequenzen aus den deutlichen Verlusten bei den drei Landtagswahlen im September zu besprechen. Eine Sprecherin der Partei bestätigte den Termin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Besonders schwer wog das Ergebnis in Sachsen-Anhalt: Dort fiel die CDU um knapp 20 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent, während die AfD beinahe die absolute Mehrheit holte. In Mecklenburg-Vorpommern schied die Partei erstmals aus einem Landtag aus. In Berlin musste sie sich hinter der Linken mit Rang zwei begnügen.
Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz hatte bereits am Montag nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern Gespräche in der Parteiführung angekündigt. Dabei soll es um den politischen Kurs und das Vorgehen in den kommenden Wochen gehen, mit dem Ziel eines „neuen Miteinanders“. Zugleich sprach er sich dafür aus, die mit der SPD vereinbarten Reformvorhaben weiter umzusetzen.
Merz gerät zunehmend unter Druck
Nach den Wahlschlappen steht Merz parteiintern stark unter Druck. Vorerst erhält er jedoch Unterstützung von den acht CDU-Ministerpräsidenten. Diese nehmen kraft ihres Amtes an den Beratungen des Präsidiums teil. Dem Führungsgremium gehören insgesamt rund 25 Mitglieder an.
Schon am heutigen Abend trifft sich Merz zudem mit den Ministerpräsidenten der Union zum traditionellen Kamingespräch. Offiziell dient das Treffen der Vorbereitung auf die Bundesratssitzung am Freitag. Erwartet wird aber, dass auch dort die Folgen der jüngsten Wahlniederlagen eine wichtige Rolle spielen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber