Die Vereinten Nationen sehen bei der Gleichstellung von Frauen und Männern weltweit deutliche Rückschläge. In ihrem Bericht „Gender Snapshot 2026“ warnen sie, dass Strukturen und Einrichtungen, die über Jahrzehnte zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit aufgebaut wurden, zunehmend und gezielt geschwächt würden. Dadurch gerieten bisherige Fortschritte ins Stocken oder würden teils wieder zunichtegemacht.
Nach Angaben des Berichts ist die finanzielle Unterstützung für Maßnahmen zur Gleichstellung auf den niedrigsten Stand seit 2021 gesunken. Besonders hart trifft es demnach Organisationen, die sich für Frauenrechte einsetzen: Ihre Mittel gingen von 2023 auf 2024 um 28 Prozent zurück. Auch innerhalb der Vereinten Nationen machen sich die Kürzungen bemerkbar: 42 Prozent der UN-Organisationen erklärten, ihre Arbeit für Geschlechtergleichstellung sei dadurch beeinträchtigt worden.
Auch politisch bleibt die Machtverteilung laut Bericht klar männlich dominiert. In sechs von sieben Ländern stehen Männer an der Staatsspitze. Die ausgewerteten internationalen Daten zeichnen ein ernüchterndes Bild: Sollte sich das derzeitige Tempo nicht ändern, wäre echte Geschlechtergleichstellung nach UN-Angaben noch 171 Jahre entfernt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber