Oktoberfest startet mit Neuerungen, guter Wetterprognose und neuem Oberbürgermeister
Mit mehreren Änderungen beginnt in München das diesjährige Oktoberfest: Neue Fahrgeschäfte, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und ein Oberbürgermeister, der das Fest erstmals eröffnet, prägen den Auftakt. Dazu sagen die Wetterdienste freundliche Bedingungen voraus: sonniges Wetter und angenehme 24 Grad.
Schon vor dem Start sei in München die Vorfreude überall zu spüren, sagte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) beim traditionellen Rundgang über das Festgelände. Am Samstag wird er mit dem Ruf „O’zapft is“ das Oktoberfest offiziell eröffnen.
Mit Interesse wird verfolgt, wie viele Schläge Krause bei seinem ersten Anstich benötigen wird. Sein Ziel liege bei zwei bis drei Schlägen, sagte er. Geübt habe er bereits an einigen Fässern. Die erste Maß Bier erhält anschließend traditionell Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) – diesmal erstmals von einem Grünen überreicht.
Wiesn-Leitung sieht München gut vorbereitet
Auch Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) zeigte sich vor dem Start optimistisch. Der Aufbau sei reibungslos verlaufen, erklärte er. Beim Gang über das Gelände merke man, dass Schausteller und Wirte in den letzten Vorbereitungen stecken und überall eine besondere Spannung in der Luft liege. Auch das angekündigte weiß-blaue Wetter sorge für beste Stimmung.
Drei neue Fahrgeschäfte feiern Premiere
Auf der Wiesn gibt es in diesem Jahr drei neue Attraktionen. Dazu gehört „Shake & Roll“, eine Weiterentwicklung des bekannten Breakdance-Fahrgeschäfts. Der Unterschied: Die Gondeln sind nicht starr befestigt und können sich überschlagen.

Neu ist außerdem „The Fischerman’s Place“, ein Hindernis-Parcours auf drei Ebenen. Dort warten unter anderem wackelige Böden, rotierende Scheiben und eine Rutsche auf die Besucher. Ebenfalls neu ist das „Chaos Pendel“, das Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit Tempo 80 durch die Luft schleudert. Bei dieser Attraktion beließen es Krause und Scharpf allerdings beim Zuschauen.
Veränderungen auch bei den Festzelten
Nicht nur bei den Fahrgeschäften, auch bei den Zelten gibt es Neuerungen. Nachdem der bisherige Wirt der „Münchner Stubn“ kurzfristig ausgestiegen war, rückt nun „Bartls Flößerstadl“ nach. Hintergrund ist ein Streit mit der Stadt um die Zulassung zum Oktoberfest und die Forderung nach einer europaweiten Ausschreibung der großen Zelte.
Wirt Klaus Bartl berichtete, dass sein Team das neue Zelt in nur zehn Wochen auf die Beine gestellt habe. Die Arbeiten liefen bis zuletzt mit Hochdruck. Auch „Bodo’s Cafézelt und Cocktailbar“ präsentiert sich mit einem komplett neuen Holzbau. Im Paulaner-Festzelt gibt es zudem einen neuen Wirt.
Sicherheits- und Besucherkonzept verschärft
Nach den Problemen mit großem Andrang am zweiten Samstag im vergangenen Jahr hat die Stadt das Sicherheits- und Besuchermanagement überarbeitet. Neu sind unter anderem ein Koordinierungs- und Beobachtungszentrum sowie eine Videoüberwachung, die kritische Bereiche frühzeitig erkennen soll.
Zusätzlich kommen KI-gestützte Kameras zum Einsatz, die dichte Menschenansammlungen registrieren und Alarm auslösen können. Laut Krause wurde intensiv am verbesserten Umgang mit Besucherströmen gearbeitet.
Rund 600 Polizeikräfte sind während des Festes im Einsatz. Unterstützung kommt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, spezialisierten Ermittlern gegen Taschendiebstahl sowie Einsatzkräften aus acht Ländern. Krause betonte, dass er sich sicher fühle. Hinweise auf eine erhöhte Gefährdungslage lägen nach Angaben der Polizei derzeit nicht vor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber