Fußball

Jetzt fordert auch Watzke: Infantino muss weg

Infantino unter Druck: Jetzt fordert auch ein prominenter Deutscher seinen sofortigen FIFA-Abgang – was steckt dahinter?

17.09.2026, 17:36 Uhr

Watzke fordert klaren Bruch mit Infantino

Nach DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat sich nun auch Hans-Joachim Watzke deutlich gegen FIFA-Chef Gianni Infantino positioniert. Beim „Big Bang KI Festival“ in Berlin sagte der Ligapräsident unmissverständlich, Infantino müsse sein Amt räumen: „Er sollte weg. Ohne Wenn und Aber.“

Als Gründe nannte Watzke vor allem drei Vorgänge: die Vergabe des sogenannten FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump, die vorübergehende Aufhebung der Sperre gegen den US-Angreifer Folarin Balogun während der Fußball-WM sowie den inzwischen wieder verworfenen Plan, WM-Rechte für eine Milliardensumme an private Investoren aus dem Trump-Umfeld zu veräußern.

Scharfe Kritik an Investoren-Idee

Besonders die Überlegungen zu einem Einstieg privater Geldgeber bezeichnete Watzke als völlig absurd. Nach seiner Darstellung seien weder die FIFA-Vizepräsidenten noch das Council darüber informiert gewesen. Für ihn ist ein solches Modell wirtschaftlich nicht nachvollziehbar.

Watzke betonte, eine Fußball-Weltmeisterschaft sei ohnehin ein Selbstläufer und werfe genug Geld ab. Deshalb gebe es aus seiner Sicht keinerlei Anlass, Investoren mit ins Boot zu holen. Die FIFA verfüge bereits über enorme finanzielle Reserven, die letztlich den Nationalverbänden zustünden. Warum man in einem funktionierenden Geschäft noch Anteile an Dritte abgeben solle, erschließe sich ihm nicht.

Widerstand in Europa wächst

Seit Bekanntwerden der Investorenpläne steht Infantino so stark unter Druck wie selten zuvor in seiner inzwischen mehr als zehnjährigen Amtszeit an der Spitze des Weltverbands. Zwar will der 56 Jahre alte Schweizer 2027 erneut kandidieren, doch insbesondere die UEFA arbeitet offenbar daran, eine weitere Amtszeit zu verhindern.

Watzke gehört dem UEFA-Exekutivkomitee an und bekleidet zugleich mehrere wichtige Ämter im deutschen Fußball: Er ist Präsident von Borussia Dortmund, DFB-Vizepräsident, Vorsitzender des Bundesliga-Aufsichtsrats und Ligapräsident des Bundesliga e.V.

Auch in anderen europäischen Ländern formiert sich Widerstand gegen Infantino. Verbände aus Frankreich, Italien und den Niederlanden haben bereits Stellung gegen ihn bezogen. DFB-Präsident Neuendorf hatte zuvor im Gespräch mit RTL/ntv ebenfalls deutlich gemacht, dass es wichtig sei, das „System Infantino“ zu beenden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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