Spendenzusagen nach Streit um Macklemore bei Ed-Sheeran-Tour
Die Debatte um den Ausschluss des Rappers Macklemore aus dem Vorprogramm von Ed Sheerans US-Tour zieht nun millionenschwere Spendenankündigungen nach sich. Macklemore, der nach «Free Palestine»-Rufen von mehreren geplanten Auftritten abgesetzt worden war, erklärte, rund eine Million US-Dollar seiner Einnahmen an palästinensische Hilfsprojekte weitergeben zu wollen. Auch Ed Sheeran und Stadionbesitzer Robert Kraft kündigten nach Angaben von Kraft finanzielle Hilfe an, um die humanitäre Notlage in der Region zu lindern.
Macklemore schrieb am Mittwochabend Ortszeit auf Instagram, dass er den gesamten Nettoerlös seiner Konzerte im Rahmen der «Loop»-Tour an sechs Organisationen spenden werde, die palästinensische Menschen unmittelbar unterstützen. In dem Beitrag rief er Kraft zugleich dazu auf, ebenfalls Geld bereitzustellen.
Kraft teilte auf X mit, Ed Sheeran habe ihn zuvor persönlich kontaktiert und gebeten, sich mit zwei Millionen US-Dollar an einer Spende zur Bewältigung der humanitären Krise zu beteiligen. Der Eigentümer des Gillette Stadiums bei Boston erklärte zudem, er setze sich seit vielen Jahren dafür ein, Perspektiven für Palästinenser zu schaffen. Gemeinsam mit Sheeran wolle er weitere Veranstalter gewinnen und «Brücken bauen».
Streit um Äußerungen des Rappers
Nachdem Macklemore in New Jersey mit umstrittenen Aussagen aufgefallen war, teilte er mit, dass er vollständig aus den verbliebenen Konzerten von Sheerans «Loop»-Tour gestrichen worden sei. In der Folge stellten sich mehrere Musiker hinter ihn und sagten ihre geplanten Support-Auftritte für Sheeran ab.

Kraft begründete die Ausladung damit, dass seine Arena kein Ort für Hassrede sei. Macklemore habe aus seiner Sicht zudem eine weiterreichende Geschichte antisemitischer Rhetorik, was die jüdische Gemeinschaft tief verletze.
Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, positioniert sich seit Jahren klar propalästinensisch. Kritiker werfen ihm vor, in Songs und Auftritten antisemitische Klischees zu bedienen. Macklemore weist das zurück. In einem ersten Beitrag zu dem Konflikt hatte er erklärt, der Antisemitismusvorwurf werde teils eingesetzt, um Kritik an Israel abzuwehren.
Auch in Deutschland hatte Macklemore zuletzt für Kontroversen gesorgt. Im vergangenen Sommer wurde heftig darüber diskutiert, dass er als Headliner beim Deichbrand-Festival in Niedersachsen auftreten sollte. Am Ende stand er tatsächlich auf der Bühne und warf Israel erneut Völkermord vor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber