Am Rande der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York haben sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow und US-Außenminister Marco Rubio zu Gesprächen getroffen. Das russische Außenministerium veröffentlichte dazu Bilder auf der Plattform X, machte jedoch zunächst keine Angaben zu den Inhalten des Austauschs. Auch von amerikanischer Seite gab es dazu vorerst keine offizielle Stellungnahme.
Neu hinzugekommen ist allerdings eine Aussage Rubios in New York: Nach seinen Angaben haben die USA den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Washington hoffe, dass Putin die Einladung annehme, sagte Rubio vor Reportern. Aus Sicht der US-Regierung wäre das eine gute Gelegenheit, damit Putin nicht nur mit US-Präsident Donald Trump, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch kommen könnte.
Russland ist in der G20 weiterhin offiziell Mitglied. Putin war bei einem Gipfeltreffen zuletzt 2019 persönlich dabei – also noch vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022. Zur G20 gehören 19 Staaten sowie die Europäische Union und die Afrikanische Union.
Das Verhältnis zwischen Moskau und Washington bleibt angespannt. Daran hat sich bislang wenig geändert, auch wenn Trump immer wieder auf sein aus seiner Sicht gutes Verhältnis zu Putin verweist. Bereits im April hatte Trump erklärt, ein Erscheinen Putins beim G20-Gipfel wäre vermutlich „ziemlich hilfreich“, zugleich aber Zweifel geäußert, ob es tatsächlich dazu kommen werde.
Bereits im Juli waren Lawrow und Rubio bei einem Außenministertreffen der Asean-Staaten in Manila zusammengekommen. Damals hatte Moskau das Gespräch im Vorfeld hervorgehoben. Das Treffen dauerte letztlich aber nur 35 Minuten und brachte beim zentralen Konfliktthema, dem russischen Krieg gegen die Ukraine, keine Annäherung.
Die Vereinigten Staaten sehen sich in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg als Vermittler. Nennenswerte Fortschritte auf dem Weg zu einem Ende der Kämpfe blieben bislang jedoch aus. Putin und Trump hatten sich zuletzt im August vergangenen Jahres bilateral in den USA getroffen; darüber hinaus telefonierten beide im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg mehrfach miteinander.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Mitte September erklärt, er sei bereit, zum G20-Gipfel zu kommen und mit Putin zu reden, falls er eingeladen werde. „Wir müssen kommen. Wir müssen uns treffen, sprechen und Entscheidungen treffen“, sagte er in einem Interview der Deutschen Welle.
Russland liegt wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin im Konflikt mit den westlich orientierten G20-Mitgliedern. Politisch setzt Moskau daher zuletzt verstärkt auf das Brics-Bündnis mit Staaten wie Brasilien, Indien, China und Südafrika. Bereits im August hatte es im Vorfeld des G20-Gipfels ein Treffen der Finanzminister im US-Bundesstaat North Carolina gegeben, an dem auch der russische Finanzminister Anton Siluanow teilnahm.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber