Ukraine

Drohnen-Eklat: Londoner Diplomatin zitiert

Wegen Londons Hilfe für Kiew macht Moskau jetzt direkt Druck auf eine britische Gesandte – was hinter dem brisanten Protest steckt

18.09.2026, 13:20 Uhr

Russland bestellt britische Diplomatin wegen Waffenhilfe für Ukraine ein

Das russische Außenministerium hat aus Protest gegen britische Waffenlieferungen an die Ukraine die ranghöchste Vertreterin der britischen Botschaft in Moskau vorgeladen. Nach Angaben des Ministeriums wurde dabei ein „entschiedener Protest“ gegen die ausgeweitete Lieferung von Drohnen und weiteren Waffensystemen aus Großbritannien übermittelt.

Moskau wirft London vor, mit seinem konfrontativen Kurs zu einer Verlängerung und Verschärfung des Krieges beizutragen. Dadurch werde eine politische Lösung des Konflikts aus russischer Sicht immer unwahrscheinlicher.

Zugleich erklärte das Ministerium, Großbritannien werde durch die umfangreiche Lieferung weitreichender Angriffswaffen selbst zu einem Akteur der Kampfhandlungen. Russland behalte sich deshalb Gegenmaßnahmen im Rahmen des eigenen Selbstverteidigungsrechts vor. In der Mitteilung hieß es weiter, alle britischen Militäreinrichtungen in der Ukraine, die für Angriffe auf russisches Staatsgebiet genutzt würden, seien aus russischer Sicht legitime Ziele. Für eine weitere Zuspitzung der Lage trage London die Verantwortung.

Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Das Land erhält dabei Unterstützung aus dem Westen, insbesondere aus Deutschland und Großbritannien. Die britische Regierung hat wiederholt betont, trotz russischer Warnungen an ihrer Hilfe für Kiew festzuhalten. Zudem sind britische Soldaten in der Ukraine im Einsatz, offiziell in beratender Funktion. Erst am Mittwoch hatte London den Tod eines britischen Offiziers bestätigt, der laut Angaben bei einem Verkehrsunfall fernab der Front ums Leben kam.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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