Frankreich und Europa sollen nach Angaben des französischen Außenministers Jean-Noël Barrot bei den bevorstehenden, von den USA vermittelten Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland vertreten sein. Gegenüber dem Sender RTL sagte Barrot, französische Unterhändler würden dafür nach Abu Dhabi reisen. Wer Frankreich dort genau repräsentieren werde, ließ er offen.
Barrot betonte, die Europäer hätten den amerikanischen Vermittlern in den vergangenen Wochen klar signalisiert, dass über die Zukunft des Kontinents nicht ohne ihre Beteiligung entschieden werden könne. Frankreich werde anwesend sein und dafür sorgen, dass Europas Position Gehör finde, da Europa von den Folgen unmittelbar betroffen sei.
Trump kündigt „großes Abkommen“ an
Die Verhandlungen sind für Dienstag und Mittwoch angesetzt. Im Mittelpunkt sollen unter anderem weitere Schritte hin zu einem Frieden im seit Jahren andauernden Krieg in der Ukraine stehen. US-Präsident Donald Trump stellte dabei ein „großes Abkommen“ in Aussicht. Gemeint sei ein bislang nur vage umrissener Friedensplan, der Europa und Russland einschließen soll.
Barrot erklärte dazu, ihm lägen keine Einzelheiten vor. Zugleich machte er deutlich, dass Vereinbarungen mit Auswirkungen auf die europäische Sicherheitsordnung weder ohne Europa ausgearbeitet noch auch nur beraten werden dürften.
Debatte über neue europäische Sicherheitsordnung
Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und ebenfalls als Unterhändler tätig, skizzierte auf X die Idee einer neuen Sicherheitsordnung für Europa. Diese solle auf Dialog, militärischer Transparenz und einer Verringerung von Eskalationsrisiken beruhen. Nach seinen Angaben wollen sich die USA am Rande der Gespräche eng mit ihren europäischen Partnern abstimmen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte zurückhaltend auf diesen Vorstoß. Auf X erklärte er, zunächst müsse geklärt werden, wie der Krieg beendet werden könne, bevor über eine neue europäische Sicherheitsordnung gesprochen werde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber