EKD-Spitze fordert klare Abgrenzung von Antisemitismus
Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, hat Parteien dazu aufgerufen, sich deutlich von Personen mit antisemitischen Äußerungen zu distanzieren. Zum Auftakt der EKD-Synode in Würzburg erklärte sie mit Blick auf die Regierungsbildung in Berlin, insbesondere unter möglicher Beteiligung der Linken, dass eine Partei mit Regierungsanspruch sich unmissverständlich von Menschen absetzen müsse, die antisemitische Ansichten vertreten.
Anlass der Debatte ist der Umgang der Berliner Linken mit ihrer umstrittenen Abgeordneten Vanessa Emde. Trotz der Aufforderung des Parteivorstands lehnt sie einen Verzicht auf ihr Mandat ab. Gegen Emde werden unter anderem Vorwürfe erhoben, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Ihr Verhalten sorgt seit Wochen für anhaltende Diskussionen. Sie war am 20. September neu ins Abgeordnetenhaus eingezogen.
Fehrs: Antisemitismus unvereinbar mit christlichem Glauben
Fehrs betonte, dass die evangelische Kirche gegenüber allen Parteien dieselben Maßstäbe anlege. Menschenwürde, Demokratie und der Schutz vor Diskriminierung seien nicht verhandelbar. Antisemitismus stehe zudem in grundsätzlichem Widerspruch zum christlichen Glauben, weshalb die EKD ihm entschieden entgegentrete.
Zugleich machte sie deutlich, dass die Kirche zwischen dem Verhalten einzelner Personen und den politischen Entscheidungen beziehungsweise Grundhaltungen einer Partei insgesamt unterscheide.
Synode tagt bis 11. November in Würzburg
Die 7. Tagung der 13. Synode der EKD läuft noch bis zum 11. November in Würzburg. Sie steht unter dem Leitwort „Gemeinsam weiter – Kirche als Werkstatt für Demokratiebildung und intergenerationales Lernen als Ausdruck gelebten Glaubens“. Geplant sind unter anderem Diskussionsforen und Arbeitsgruppen. Für Dienstag wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Gast erwartet.
Die Synode gilt als Kirchenparlament der EKD. Der evangelischen Kirche in Deutschland gehören insgesamt rund 17,4 Millionen Menschen an.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber