Ukraine

Trump enthüllt Treffen mit Kremlmann Dmitrijew

Brisantes Treffen im Weißen Haus: Trump spricht nur mit Moskau – und deutet danach ein überraschendes Abkommen an.

05.11.2026, 23:14 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben in Washington den Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew getroffen. Auf eine entsprechende Frage im Weißen Haus bestätigte er das Gespräch, nannte jedoch keine Einzelheiten. Zugleich stellte er ein mögliches Abkommen zum Krieg in der Ukraine in Aussicht.

„Es wird ein großes Abkommen sein“, sagte Trump. Es werde seiner Darstellung nach über die Ukraine hinausgehen und möglicherweise ganz Europa betreffen. Alle Beteiligten würden darüber sehr zufrieden sein, behauptete er. Mit den ebenfalls nach Washington gereisten ukrainischen Vertretern habe er sich nach eigener Aussage nicht getroffen.

Unterdessen berichtete Trumps Schwiegersohn Jared Kushner auf der Plattform X über Gespräche, die die USA am Donnerstag in Brüssel mit Vertretern der Ukraine, der Nato und europäischen Partnern geführt hätten. Dabei sei es um zwei Themen gegangen, die er als Grundlage für einen dauerhaften Frieden bezeichnete: Sicherheitsgarantien für die Ukraine sowie eine umfassendere europäische Sicherheitsarchitektur.

Nähere Angaben zu den Inhalten machte Kushner nicht. Ziel sei es, Sicherheitsbedenken aller Seiten durch Vereinbarungen zu berücksichtigen, die das Risiko künftiger Konflikte verringerten, schrieb er. Aus Brüssel gab es dazu zunächst keine offiziellen Angaben.

USA sehen sich als Vermittler im Ukraine-Krieg

Die Vereinigten Staaten verstehen sich unter Präsident Trump als Vermittler im seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Einen entscheidenden Durchbruch konnte Trump bislang jedoch nicht vorweisen. Seine jüngste Annäherung an Russland hatte zudem auch in den USA Kritik ausgelöst.

Kushner verwies außerdem auf die ersten dreiseitigen Gespräche zwischen Vertretern aus Kiew, Moskau und Washington seit Monaten, die in der kommenden Woche in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, geplant sind. Man habe gemeinsam mit den beiden anderen Seiten an belastbaren Vorschlägen gearbeitet, um möglichst produktive Verhandlungen zu ermöglichen, erklärte er. In diesem Dreierformat hatte es zuletzt im Februar Gespräche in Genf gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi.

First Lady Melania Trump hatte am Donnerstag sowohl Dmitrijew als auch Vertreter der ukrainischen Seite im Weißen Haus empfangen. Dazu gehörten David Arachamija, Fraktionschef der Präsidentenpartei, sowie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez. Im Mittelpunkt stand eine befristete Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky, die laut Weißem Haus von der First Lady vermittelt worden war. Die Feuerpause galt in der vergangenen Woche von Dienstag bis Sonntagabend. Sowohl Russland als auch die Ukraine hätten sich dafür mehrfach bei Melania Trump bedankt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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