Fußball

Fünf Watschn vor der Pause: Stürzt Augsburg jetzt ab?

Vom Höhenflug zur Krise: Augsburg stürzt nach Platz 1 brutal ab – schafft Baum jetzt endlich die Wende?

08.11.2026, 14:33 Uhr

Augsburg kassiert in Leipzig herben Dämpfer

Mit der 2:5-Niederlage bei RB Leipzig ist der letzte Rest der Euphorie beim FC Augsburg vorerst verflogen. Rund zwei Monate nach dem starken Start in die Bundesliga-Saison, der die Schwaben sogar kurz an die Tabellenspitze geführt hatte, steckt die Mannschaft von Trainer Manuel Baum inzwischen tief in einer Ergebniskrise. Vor der Länderspielpause ist die Stimmung entsprechend gedrückt.

„Im Moment läuft es bei uns einfach nicht gut“, sagte Kapitän Jeffrey Gouweleeuw nach der Partie. Tatsächlich wartet Augsburg nun seit sieben Ligaspielen auf einen Sieg. In diesem Zeitraum holte der FCA lediglich drei Punkte. Zwar sorgten die Remis gegen Leverkusen und Bayern (jeweils 2:2) für Achtungserfolge, die Niederlagen in Bremen und im Pokal gegen Elversberg schmerzten jedoch bereits deutlich.

Leipzig nutzt Augsburgs Schwächen konsequent aus

Die Pleite in Leipzig war nun der nächste Rückschlag. Vor allem die Anzahl der Gegentreffer ärgerte Baum. „Fünf Gegentore sind einfach zu viel“, erklärte der Coach. Gleichzeitig hob er die individuelle Qualität des von Martín Demichelis betreuten Champions-League-Teilnehmers hervor.

Für Leipzig trafen Ezechiel Banzuzi (34.), Christopher Nkunku (35.), David Raum (45.+1), Romulo (60.) und Christoph Baumgartner (66.).

Gruda als ständiger Unruheherd

Besonders großen Eindruck hinterließ Brajan Gruda, der aus Sicht der Augsburger kaum zu bremsen war. Gouweleeuw sprach davon, dass Gruda die Partie „gefühlt im Alleingang“ gedreht habe. Genau dort müsse sich die Mannschaft deutlich steigern und geschlossener verteidigen.

RB Leipzig - FC Augsburg
Die Formkurve des FC Augsburg zeigt steil nach unten. Quelle: Marvin Zubrod/dpa

Für den Leipziger Offensivspieler läuft es auch persönlich hervorragend: Bundestrainer Jürgen Klopp berief ihn für die kommenden Nations-League-Spiele.

Frühe Führung erneut ohne Ertrag

Dass Augsburg in dieser Bundesliga-Saison als erstes Team überhaupt in Leipzig ein Tor erzielte, brachte am Ende keinerlei Trost. Anton Kade hatte bereits in der ersten Minute die Hoffnung auf eine Überraschung geweckt. Doch erneut konnte der FCA eine Führung nicht ins Ziel bringen. Der späte Treffer von Uchenna Ogundu in der Nachspielzeit zum 2:5 war letztlich nur noch Ergebniskosmetik.

Besonders bitter: In den vergangenen sieben Partien lag Augsburg sechsmal vorne, gewann aber kein einziges dieser Spiele. Fabian Rieder sprach von einer schmerzhaften Entwicklung: Die Mannschaft verfüge zwar über Qualität, agiere in einigen Situationen jedoch zu nachlässig und lasse dadurch wichtige Punkte liegen. Daran müsse sich schnell etwas ändern.

Baum fordert mehr Konsequenz und weniger Grübeln

Auch Gouweleeuw fand deutliche Worte. Insgesamt sei die Leistung zu wenig gewesen. Nun gehe es darum, wieder mehr Biss zu zeigen, in der Defensive kompromissloser aufzutreten und gemeinsam aus der schwierigen Phase herauszukommen.

Für Manuel Baum, der den Trainerposten vor elf Monaten von Sandro Wagner übernommen hatte, wird die Lage zunehmend unangenehm. Der Coach warnte davor, die Situation zu dramatisieren, wollte aber ebenso wenig etwas beschönigen. Augsburg müsse sich seine Offensivstärke bewahren, gleichzeitig aber die Zahl der Gegentore deutlich senken. Vor allem müsse die Mannschaft das viele Grübeln aus den Köpfen bekommen.

Die Herausforderung dabei: Ausgerechnet jetzt bleibt wegen der Länderspielpause reichlich Zeit, um über die Krise nachzudenken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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