Ukraine

Schon wieder: Ukraine trifft Russlands Öllager

Neuer Schlag gegen Russlands Öl-Maschinerie: Nach ukrainischen Drohnen brennt schon wieder eine Anlage am Schwarzen Meer.

23.05.2026, 08:47 Uhr

Die Ukraine hat nach russischen Angaben erneut ein Treibstofflager in der Schwarzmeer-Stadt Noworossijsk mit Drohnen angegriffen. Der operative Stab der Region Krasnodar teilte mit, Teile einer abgefangenen Drohne seien auf das Gelände eines Kraftstoffterminals gefallen. In mehreren technischen und Verwaltungsgebäuden brachen demnach Brände aus. Zwei Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Augenzeugen berichteten in sozialen Netzwerken, betroffen sei das Ölterminal Gruschowaja des Konzerns Transneft. Die Anlage gilt als eine der größten Öllagerstätten im Kaukasus. Sie verfügt über unterirdische und oberirdische Reservoirs sowie über einen Umschlagplatz. Die für Russlands Kriegswirtschaft wichtige Öl-Infrastruktur in Noworossijsk war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

Selenskyj kündigt weitere Einsätze mit Langstrecken-Drohnen an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte den Angriff in einen größeren strategischen Zusammenhang. Öl- und Gaseinnahmen hätten Russland erst in die Lage versetzt, einen Krieg zu führen und andere Staaten zu bedrohen, sagte er. Zugleich kündigte er weitere Angriffe auf russische Ziele mit neuen Langstrecken-Drohnen an.

Kiew hat seine Attacken mit unbemannten Fluggeräten auf Ziele tief im russischen Hinterland zuletzt massiv ausgeweitet. Das russische Verteidigungsministerium sprach am Morgen von 348 in der Nacht abgeschossenen Drohnen. Unabhängig überprüfen lässt sich diese Zahl nicht. Angaben zu möglichen Treffern oder beschädigten Objekten machte Moskau wie üblich nicht.

Schäden aus verschiedenen Regionen gemeldet

Aus mehreren russischen Regionen wurden jedoch Folgen der Angriffe gemeldet. So berichteten Behörden unter anderem von Schäden in Anapa am Schwarzen Meer. Im Gebiet Perm soll ebenfalls ein Industriebetrieb attackiert worden sein. Dort brach nach offiziellen Angaben ein Feuer in einer Chemiefabrik in der Stadt Gubacha aus. Das Werk zählt zu den größten Methanolproduzenten Russlands.

Selenskyj lobte die ukrainischen Streitkräfte zudem für einen Schlag gegen ein Ziel in rund 1.700 Kilometern Entfernung von der ukrainischen Grenze. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um ein russisches Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes, das andere Militärproduktionsstätten sowie die Herstellung von Sprengstoffen und Bauteilen für Luftfahrtausrüstung und Drohnen unterstütze.

Ukraine meldet Abwehr von mehr als 100 russischen Drohnen

Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten ihrerseits am Morgen 124 russische Drohnenangriffe. Nach Angaben der Flugabwehr seien 102 Flugobjekte unschädlich gemacht worden. Zudem seien an neun Orten insgesamt zwölf Einschläge von Kampfdrohnen registriert worden. An fünf weiteren Orten habe herabfallender Trümmerschutt Schäden verursacht.

Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion wird der Krieg inzwischen stark von Drohneneinsätzen geprägt. Am Boden gibt es wegen der ständigen Bedrohung aus der Luft deutlich weniger Bewegungen als in den ersten Kriegsjahren. Beide Seiten sprechen derzeit von einer festgefahrenen Lage.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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