Mordermittlungen nach Tod zweier Safari-Gäste im Krüger-Nationalpark
Nach dem gewaltsamen Tod von zwei Safari-Touristen im südafrikanischen Krüger-Nationalpark hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Wie die Behörden der Provinz Limpopo mitteilten, wurden am Freitag im nördlichen Teil des Schutzgebiets ein 71-jähriger Mann und eine Frau mit schweren Verletzungen im Oberkörperbereich gefunden. Die Identität der Frau wird noch geklärt. Nach Angaben der Nationalparkbehörde handelt es sich bei beiden Opfern um südafrikanische Staatsbürger.
Den Angaben zufolge hielten sich die beiden Besucher seit Sonntag im Nationalpark auf. Zuletzt waren sie am Mittwoch am Pafuri-Picknickplatz im äußersten Norden des Parks gesehen worden. Das Gebiet liegt nahe den Grenzen zu Mosambik und Simbabwe. Nachdem das Paar nicht zurückkehrte, wurde eine Suchaktion eingeleitet. Am Freitagnachmittag entdeckten andere Touristen die Leichen an einem nahegelegenen Flussufer.
Ermittlungen wegen Mordes und Entführung
Nach ersten Erkenntnissen wies der Mann Stichverletzungen am Oberkörper auf. Auch die Frau erlitt schwere Verletzungen in diesem Bereich, die nach bisherigen Vermutungen mit einem scharfen Gegenstand verursacht wurden.
Das Fahrzeug der beiden wird weiterhin vermisst. Die genauen Hintergründe des Falls sind bislang unklar. Die Polizei leitete deshalb zwei Ermittlungsverfahren wegen Mordes und Entführung ein.
Die südafrikanische Nationalparkbehörde zeigte sich schockiert und bestürzt. Nach Angaben von Forstminister Willie Aucamp handelt es sich um den ersten Vorfall dieser Art in der Geschichte des Krüger-Nationalparks. Die Angehörigen seien bereits informiert worden und würden bei der Anreise sowie der Rückführung der Leichen unterstützt.
Fall weckt Erinnerungen an tödlichen Überfall 2022
Die Sicherheitslage rund um den Krüger-Nationalpark mit Hunderttausenden Besuchern pro Jahr war bereits früher Thema. 2022 wurde ein deutscher Urlauber aus Hessen auf dem Weg zu einem Safari-Aufenthalt in der Nähe des Parks bei einem Überfall erschossen.
Der 67-Jährige aus Fulda war damals mit seiner Frau und zwei weiteren Deutschen auf dem Weg zu einer Lodge im Nationalpark. Kurz vor einem Parkeingang im Süden wurden sie von Angreifern gestoppt und zum Aussteigen aufgefordert. Die Gruppe blieb jedoch im Wagen und verriegelte die Türen. Daraufhin fielen Schüsse, bei denen der Mann tödlich getroffen wurde.
In dem Fall wurde inzwischen ein 38-Jähriger wegen Mordes verurteilt. Südafrika zählt zwar zu den beliebtesten Reisezielen Afrikas, zugleich ist das Land von einer hohen Gewaltkriminalität geprägt. Nach Polizeiangaben wurden 2024 landesweit 26.232 vorsätzliche Tötungen registriert – durchschnittlich rund 72 pro Tag.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion