Der Iran gibt der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiterhin keine ausreichenden Auskünfte über seine umstrittenen Uranvorräte. Nach einem vertraulichen Bericht von IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hat Teheran auch in den vergangenen Monaten die Zusammenarbeit mit der Behörde verweigert.
Demnach fehlen der IAEA nach wie vor Angaben zu rund 440 Kilogramm nahezu waffentauglich angereichertem Uran. Fachleute gehen davon aus, dass diese Menge nach weiterer Anreicherung für mehrere Atomwaffen ausreichen könnte. Zudem haben die Inspektoren derzeit keinen Zugang zu mehr als 20 Einrichtungen des iranischen Atomprogramms. Der Iran weist jedoch weiterhin zurück, den Bau von Kernwaffen anzustreben.
Beschädigte Nuklearanlagen
Im Verlauf des Iran-Kriegs griffen die USA und Israel zahlreiche Atomanlagen in der Islamischen Republik an und richteten dabei schwere Schäden an. Teheran reagierte darauf unter anderem mit einer härteren Linie gegenüber der IAEA.
Washington und Teheran hatten im Juni ein Grundsatzabkommen geschlossen, das den Krieg beenden und weitere Gespräche ermöglichen sollte. Darin war auch vorgesehen, das hoch angereicherte Uran unter Aufsicht der IAEA zu verdünnen. Bislang wurde diese Vereinbarung jedoch nicht umgesetzt.
Seitdem werfen sich beide Seiten gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. In den vergangenen Tagen ist der Konflikt erstmals seit Wochen wieder deutlich eskaliert, begleitet von neuen wechselseitigen Angriffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber