Ermittler prüfen antisemitisches Motiv nach Feuer an Wuppertaler Synagoge
Nach dem Feuer an der Wuppertaler Synagoge verdichten sich nach Angaben der Ermittler Hinweise auf einen antisemitischen Hintergrund. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, sowohl der Tatort als auch eine Äußerung des Verdächtigen am Ort des Geschehens sprächen dafür.
Die Wohnung des 37 Jahre alten Afghanen wurde noch am Donnerstag durchsucht. Dabei fanden die Beamten ein Mobiltelefon, das derzeit ausgewertet wird.
Das Feuer war an einer Treppe zu einem Seiteneingang der Bergischen Synagoge gelegt worden. Nach Polizeiangaben konnten Gemeindemitglieder die Flammen rasch löschen. Menschen kamen nicht zu Schaden, der entstandene Sachschaden blieb gering.
Polizei sucht zwei mögliche Zeuginnen
Laut Staatsanwaltschaft ist der Verdächtige bereits vorbestraft, unter anderem wegen der Bedrohung einer Nachbarin. Die Polizei bittet nun um Hinweise zu zwei jungen Frauen, die sich zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe der Synagoge aufgehalten haben sollen. Nach Angaben der Ermittler werden sie als Zeuginnen gesucht.
Dem Mann wird vorgeworfen, am Donnerstag gegen 14 Uhr eine brennbare Flüssigkeit auf die Stufen vor der Tür gegossen und anschließend entzündet zu haben. Er wurde wenig später in der Nähe des Tatorts festgenommen.
Zentralrat nennt Tat einen Brandanschlag
Der Zentralrat der Juden in Deutschland sprach von einem Brandanschlag. Zentralratspräsident Josef Schuster erklärte, erneut sei es während der jüdischen Hohen Feiertage zu einem Angriff auf eine Synagoge gekommen.

Bereits im Jahr 2014 hatte es einen Brandanschlag auf das Gotteshaus gegeben. Damals waren drei Palästinenser verantwortlich, die nach eigenen Angaben auf den Gaza-Konflikt aufmerksam machen wollten. Sie wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Die Bergische Synagoge war 2002 eröffnet worden. Nach Angaben des Zentralrats gehören der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal mehr als 2.000 Menschen an.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber