Niedersachsen

Arzt trotz Mordvorwurf freigesprochen

Tötete er Patienten? Im brisanten Fall um einen Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover fällt nun ein überraschend klares Urteil.

18.09.2026, 12:42 Uhr

Freispruch für Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover

Ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover, dem mehrere Tötungsdelikte vorgeworfen worden waren, ist vor dem Landgericht Hannover freigesprochen worden. Nach Angaben der Vorsitzenden Richterin Britta Schlingmann konnte ein strafbares Verhalten „in keiner Weise“ nachgewiesen werden. Der 49-Jährige habe stets ausschließlich im Interesse seiner Patienten gehandelt. Zudem soll er für die Zeit in Untersuchungshaft entschädigt werden. Bereits zuvor hatten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung einen Freispruch beantragt.

Dem Mediziner war Mord sowie versuchter Mord zur Last gelegt worden. Laut Anklage war er im Mai 2019 als Notarzt zu einer 82-jährigen Frau gerufen worden und soll versucht haben, sie mit Medikamenten zu töten. Weitere Vorwürfe betrafen zwei Patienten auf der Intensivstation: einen 20-Jährigen, der im Juni 2020 starb, sowie einen 71-Jährigen, der im März 2025 starb. In diesen Fällen hieß es, der Arzt habe die Behandlungen beendet und den Tod der Patienten durch Medikamente herbeigeführt.

Der 49-Jährige reagierte auf das Urteil mit Tränen in den Augen. Sein Anwalt Denis Hübner sprach von einem langen „Leidensweg“. Die Richterin erklärte an den Freigesprochenen gerichtet, die Situation sei für ihn und seine Familie sicherlich eine enorme Belastung gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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