Tödlicher Drohnenangriff auf Raum Moskau laut Behörden in großem Ausmaß
Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin hat die Ukraine in der Nacht einen massiven Drohnenangriff auf die Region um die russische Hauptstadt gestartet. Insgesamt seien rund 600 Drohnen eingesetzt worden, schrieb Sobjanin bei Telegram. Davon habe die Luftabwehr allein über der Region Moskau 201 Fluggeräte zerstört. Die meisten weiteren Drohnen seien bereits beim Anflug abgefangen worden.
Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, sprach von einem der größten Angriffe der vergangenen Zeit. Infolge des Angriffs sei ein 83-jähriger Mann getötet worden, nachdem eine Drohne auf sein Grundstück gefallen sei. Zudem habe es in der Region mehrere Verletzte gegeben.
In der Stadt Podolsk, etwa 40 Kilometer südlich von Moskau, seien drei Menschen verletzt worden. Außerdem sei ein Feuer in einem Lager des größten russischen Onlinehändlers Wildberries ausgebrochen, teilte Worobjow mit. Die Mitarbeiter hätten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. In Domodedowo, wo sich auch einer der Moskauer Flughäfen befindet, habe zudem ein Medikamentenlager gebrannt. Dort seien auch mehrere Wohnhäuser beschädigt worden. Aus weiteren Ortschaften wurden Schäden an ziviler Infrastruktur gemeldet, darunter auch an einer Schule.
Auch aus dem südrussischen Gebiet Rostow am Don wurden Todesopfer gemeldet. Dort starben Behördenangaben zufolge bei einem ukrainischen Drohnenangriff mindestens drei Menschen, ein weiterer Mensch sei verletzt worden.
Den russischen Angaben zufolge zählt die Attacke erneut zu den größten ukrainischen Drohnenoffensiven gegen die Moskauer Region. Ende Juli hatten russische Behörden von 390 Drohnen in einer Nacht gesprochen, Anfang Juli von 452. Die Ukraine greift nach russischen Angaben beinahe täglich Ziele in der Hauptstadtregion und auch in anderen Landesteilen an. Zuletzt waren dabei immer wieder Logistikzentren von Wildberries getroffen worden. Das Unternehmen bestätigte den neuen Angriff im Moskauer Gebiet und erklärte, der Betrieb werde über andere Standorte weitergeführt.
Aus Kiew hieß es zugleich, Russland habe in derselben Nacht erneut mit ballistischen Raketen, Gleitbomben und Drohnen angegriffen. Betroffen gewesen seien unter anderem die Hauptstadt Kiew sowie die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih.
Eine unabhängige Überprüfung der Angaben beider Kriegsparteien war zunächst nicht möglich.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit Unterstützung westlicher Staaten gegen den russischen Angriffskrieg. Für Angriffe auf russischem Gebiet setzt Kiew vor allem auf Drohnen, teils aber auch auf Marschflugkörper.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber