Ukraine

60 Drohnen auf Moskau? Jetzt trifft es auch eine Raffinerie

Neue ukrainische Drohnen treffen Russlands Ölbranche – doch in Moskau lösen die Angriffe plötzlich noch viel größere Folgen aus.

16.06.2026, 08:24 Uhr

Russlands Flugabwehr hat nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin in der Nacht rund 60 ukrainische Drohnen über der Hauptstadt abgefangen. Eine Drohne habe ein Objekt auf dem Gelände einer Moskauer Ölraffinerie getroffen, teilte Sobjanin mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Einsatzkräfte seien damit beschäftigt, herabgestürzte Trümmer der abgeschossenen Fluggeräte zu beseitigen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte auf seinem Telegram-Kanal ein Video, das ein brennendes Objekt der Raffinerie zeigen soll. Zugleich lobte er die ukrainischen Geheimdienste für ihre aus seiner Sicht „effektive Arbeit“. Die Raffinerie auf Moskauer Stadtgebiet liege rund 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, sagte Selenskyj. „Russland muss gezwungen werden, den Krieg gegen unser Volk zu beenden“, erklärte er weiter.

Der Angriff dürfte Selenskyj vor dem heutigen G7-Gipfel im französischen Évian auch als politisches Signal dienen. Bei den Gesprächen mit westlichen Verbündeten kann der Treffer als weiterer Beleg dafür angeführt werden, dass Kiew den Druck auf Ziele tief im russischen Hinterland aufrechterhält.

Wegen des Drohnenalarms kam es an allen vier Moskauer Flughäfen zu Einschränkungen. Zunächst stellten die Flughäfen Domodedowo und Schukowski ihren Betrieb vorübergehend ein. Später wurden auch an Scheremetjewo und Wnukowo Starts und Landungen gestoppt. Gerade in der Ferienzeit müssen Reisende in Russland inzwischen fast täglich mit zahlreichen Ausfällen und Verspätungen rechnen.

Öldepot im Süden Russlands in Brand geraten

Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen insgesamt 172 abgewehrte Drohnen über mehreren Regionen des Landes. Zu möglichen Einschlägen oder Schäden machte das Ministerium keine weiteren Angaben.

Die ukrainischen Angriffe richteten sich erneut gegen Einrichtungen der Ölindustrie, die für Russlands Kriegswirtschaft von großer Bedeutung sind. In der südrussischen Region Krasnodar sei ein Öllager in der Siedlung Poltawskaja getroffen worden und anschließend in Brand geraten, erklärten die Behörden. Infolge des Angriffs wurde demnach auch eine Kreisstraße gesperrt. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich zunächst nicht überprüfbare Videos, auf denen eine große Rauchwolke zu sehen sein soll.

Mit Attacken auf russische Öl- und Treibstoffanlagen versucht die Ukraine nach eigener Linie, militärische Lieferketten zu stören und zugleich die Energieexporte zu treffen, die Russland erhebliche Einnahmen für den Krieg verschaffen. Angriffe auf Raffinerien und Tanklager haben in mehreren Regionen bereits Versorgungsprobleme bei Benzin ausgelöst. Zudem sind die Kraftstoffpreise gestiegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen