Politik

CSU kippt Kurs beim Jura-Bachelor

Zweimal durchs Staatsexamen gerasselt – und alles umsonst? Ausgerechnet die CSU wankt jetzt beim Jura-Bachelor in Bayern.

31.07.2026, 14:48 Uhr

Die CSU zeigt sich im Streit über einen Jura-Bachelor als Ergänzung zum klassischen Staatsexamen nun deutlich offener. Nach einem parteiinternen Fachgespräch teilte die Partei mit, man wolle einen „bayerischen Weg“ prüfen: Das Staatsexamen solle seinen Stellenwert behalten, zugleich könnten Studierende durch einen zusätzlichen Abschluss einen spürbaren Nutzen erhalten. Im Landtag hatte die CSU einen entsprechenden Vorstoß der Grünen zuvor noch klar zurückgewiesen.

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sprach nun von einem möglichen Handlungsbedarf. Bayern müsse Nachteile im Vergleich zu anderen Bundesländern im Blick behalten, sagte er. Dabei solle ein Bachelor das Staatsexamen ergänzen, nicht verdrängen.

Auch Petra Guttenberger (CSU), Vorsitzende des Rechtsausschusses im Landtag, machte Bedingungen deutlich. Ein solcher Abschluss müsse an eine eigene Prüfungsleistung gekoppelt sein und entweder den Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu einem Masterstudium eröffnen. Damit wären aus ihrer Sicht hohe Qualitätsmaßstäbe notwendig.

Die Junge Union Bayern, die sich bereits im April gegen die bisherige Linie der CSU-Landtagsfraktion gestellt hatte, bekräftigte erneut ihre Forderung nach einem voll integrierten Bachelor. Dieser könne Studierenden sowohl als Motivationshilfe als auch als Absicherung dienen.

Debatte zuletzt Ende Juni im Landtag

Angestoßen worden war die Diskussion zuletzt von den Grünen, die im Parlament allerdings nur Unterstützung von der SPD erhielten. Ihr Ziel ist es, Jura-Studierenden eine Perspektive zu geben, wenn sie das Staatsexamen zweimal nicht bestehen. Der Bachelor soll demnach nur verliehen werden, wenn der universitäre Teil des Studiums vollständig absolviert wurde, also sämtliche Prüfungen vor dem abschließenden Examen bestanden sind.

Nach Ansicht der Grünen könnte ein solcher Abschluss den Weg in alternative Berufsfelder, etwa in der Wirtschaft, erleichtern. Für klassische juristische Berufe wie etwa den des Richters bliebe das bestandene Staatsexamen weiterhin zwingende Voraussetzung. In anderen Ländern wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen existieren nach Angaben der Grünen bereits vergleichbare Modelle.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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