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Trump-Show vorbei: Diese 5 Lehren verändern alles

Angriffe, Angst, irre Versprechen: Was der Parteitag in Dallas über die wacklige Midterm-Strategie der Republikaner verrät

11.09.2026, 05:52 Uhr

Zum Abschluss des Parteitags in Dallas ließ US-Präsident Donald Trump seine Anhänger einen Satz nachsprechen: „Wir schwören, dass wir am 3. November rausgehen und wählen werden.“ Die Menge machte mit und reagierte teils lachend. Der erste republikanische Parteitag vor den Zwischenwahlen endete zwar in lockerer Atmosphäre, markierte aber zugleich den Beginn der heißen Wahlkampfphase knapp zwei Monate vor den Midterms in den USA.

Der Parteitag zeigte deutlich, mit welcher Strategie die Republikaner in die kommenden Wochen gehen – und welche Probleme der Präsidentenpartei drohen.

1. Trump macht die Midterms zu einer Abstimmung über sich selbst

Schon die mit Trump-Bildern dekorierte Halle machte klar, worum es in Dallas vor allem ging: um den Präsidenten selbst. Trump forderte seine Anhänger mehrfach auf, so zu handeln, als stünde er persönlich zur Wahl. Damit soll die eigene Basis mobilisiert werden, obwohl sein Name bei den Zwischenwahlen nicht auf dem Stimmzettel steht.

Hintergrund ist die Sorge der Republikaner, dass ihre Wählerschaft womöglich weniger motiviert sein könnte als die der Demokraten. Gleichzeitig ist diese Strategie riskant: Das Land ist tief gespalten, und viele Amerikaner sind seit längerem unzufrieden mit Trump. Wer sich im Wahlkampf eng an ihn bindet, könnte dafür politisch mitverantwortlich gemacht werden.

2. Republikaner setzen auf Mobilisierung durch Angst

Neben Trumps Zugkraft setzen die Republikaner in Dallas vor allem auf ein weiteres Instrument: Angst. Viele Redner zeichneten ein düsteres Szenario für den Fall eines Erfolgs der Demokraten bei den Kongresswahlen. Die politische Opposition wurde dabei nicht nur als links dargestellt, sondern als „radikal“, „verrückt“ oder gar „kommunistisch“.

Besonders häufig griffen Republikaner progressive Demokraten an, die sich in parteiinternen Vorwahlen durchgesetzt hatten. Die Botschaft an die eigene Basis war eindeutig: Wer die USA als freies und sicheres Land bewahren wolle, müsse unbedingt zur Wahl gehen.

3. Die Nervosität wächst – selbst in Texas

Am 3. November werden in den USA rund ein Drittel des Senats und das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt. Für Trump und seine Partei steht viel auf dem Spiel. Schon der Verlust nur einer der beiden Kammern würde deutlich mehr Widerstand gegen seine Politik bedeuten. Zudem werden Midterms traditionell oft als Abrechnung mit der Partei des amtierenden Präsidenten genutzt.

Wie groß die Nervosität ist, zeigen auch ungewöhnliche Vorstöße. Trump stellte 5.000 Dollar für jeden erwachsenen US-Bürger in Aussicht, falls die Republikaner ihre Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen. Der Vorschlag würde mehr als eine Billion US-Dollar kosten – etwa so viel wie der gesamte US-Verteidigungshaushalt – und gilt weder politisch noch finanziell als realistisch.

Auffällig ist auch der Ort des Parteitags. Mit dem Treffen in Dallas wollten die Republikaner offenbar gezielt dem texanischen Kandidaten Ken Paxton helfen, der in den Senat einziehen will. In Texas galten republikanische Siege lange als fast sicher. Inzwischen wittern die Demokraten jedoch eine echte Chance. Sollte sich ihr Kandidat James Talarico durchsetzen, wäre er der erste demokratische Senator aus Texas seit mehr als 30 Jahren.

4. Iran-Krieg und Zollstreit erschweren den Wahlkampf zusätzlich

Zwar wollten die Republikaner inhaltlich vor allem innenpolitische Themen betonen. Doch internationale Konflikte drängen sich immer stärker in den Vordergrund – und das dürfte Trump eher schaden. Mitten im Wahlkampf räumte er ein, dass der Iran-Krieg wahrscheinlich erst nach den Midterms beendet werde.

Nach Angriffen auf Öltanker stieg der Ölpreis auf den höchsten Stand seit fast vier Monaten. Am zweiten Tag des Parteitags erreichte zudem der landesweite Durchschnittspreis für Diesel in den USA laut Gasbuddy mit 6,00 US-Dollar pro Gallone ein Rekordhoch.

Hinzu kommt der sich zuletzt weiter verschärfende Zollkonflikt mit Kanada. Gerade in den nördlichen Bundesstaaten sind viele Regionen wirtschaftlich stark vom Handel mit dem Nachbarland abhängig. Trumps harte Zollpolitik bringt republikanische Kandidaten dort zusätzlich unter Druck.

5. Viel Jubel – aber der Trump-Faktor bleibt ein Risiko

Trotz aller Probleme wurde Trump in Dallas von vielen treuen Anhängern mit Trump-Kappen und -Shirts lautstark gefeiert. Fast auf Knopfdruck brandete Jubel auf, sobald Trump oder andere Republikaner seine politische Linie lobten. Trump selbst sprach nach dem ersten Tag auf seiner Plattform Truth Social von einem „riesigen, ausverkauften Erfolg“.

Tatsächlich blieben aber vor allem am ersten Tag viele Plätze leer. Manche Republikaner verzichteten bewusst auf eine Teilnahme und setzten stattdessen ihren Wahlkampf in den eigenen Wahlkreisen oder Bundesstaaten fort. Ob dahinter auch der Wunsch stand, demonstrativ Abstand zu Trump zu halten, blieb offen.

In Dallas wurde zudem schon über die Zukunft der Partei nach Trump spekuliert. Vizepräsident JD Vance rückte dabei als Hauptredner des zweiten Tages besonders in den Fokus. Als er auf die Bühne trat, riefen ihm viele im Publikum „48“ zu – eine Anspielung auf den künftigen 48. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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