Sabalenka und Rybakina bestreiten das US-Open-Finale
Die Hoffnungen des New Yorker Publikums auf eine Amerikanerin im Endspiel der US Open sind geplatzt. Als Coco Gauff einen Schmetterball ins Aus setzte, reagierten Michelle Obama auf der Tribüne und mehr als 20.000 Zuschauer im Stadion fassungslos. Damit war zugleich das Traumfinale zwischen den derzeit stärksten Spielerinnen perfekt.
Im Endspiel des Grand-Slam-Turniers treffen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka und ihre direkte Verfolgerin Jelena Rybakina aufeinander. Sabalenka setzte sich im ersten Halbfinale vor den Augen der ehemaligen First Lady Jessica Pegula mit 7:5, 6:2 durch und erreichte damit zum vierten Mal nacheinander das Finale in New York.
Rybakina übernimmt nach dem Turnier die Spitzenposition
Im Anschluss folgte Rybakina mit einem 3:6, 6:4, 6:4 gegen Coco Gauff. Nach der Partie sprach die Kasachin von einem echten Kampf, besonders im entscheidenden dritten Satz. Für das Finale erwartet sie erneut eine große Herausforderung. Sabalenka habe überragend gespielt, sagte Rybakina, und sie selbst müsse sich für das Endspiel noch steigern.
Sabalenka kann nun ihren dritten US-Open-Titel in Serie gewinnen, nachdem sie bereits 2024 und 2025 triumphiert hatte. Eine solche Erfolgsserie gelang in New York zuletzt Serena Williams von 2012 bis 2014.
Trotzdem steht schon fest, dass Rybakina nach dem Turnier die neue Nummer eins der Welt wird. Grund dafür ist das Punktesystem der Weltrangliste: Sabalenka verteidigt als Titelverteidigerin lediglich ihre Vorjahrespunkte und kann selbst mit einem weiteren Turniersieg keine zusätzlichen Zähler sammeln. Rybakina dagegen verbessert sich deutlich, da sie im Vorjahr schon im Achtelfinale ausgeschieden war.

Sabalenka zeigte sich darüber verwundert. Es fühle sich merkwürdig an, sagte sie sinngemäß, wenn man ein starkes Turnier spiele und dennoch die Spitzenposition verliere.
Historisches Halbfinale in New York
Das Endspiel steht auch für die außergewöhnliche Qualität des gesamten Turniers. Im Halbfinale standen die vier topgesetzten Spielerinnen – ein seltenes Ereignis, das es bei den US Open in der Open Era zuvor nur einmal gegeben hatte, und zwar vor 51 Jahren.
Auch insgesamt erlebt das Frauentennis derzeit einen Boom. Erstmals befinden sich in den Top Ten der bestverdienenden Tennisprofis laut „Forbes“ mehr Frauen als Männer. Hinter Serena Williams auf Rang drei folgen Sabalenka, Gauff, Zheng Qinwen, Iga Swiatek und Rybakina in den vorderen Positionen.
Zugleich drängen bereits neue Talente nach. Die 18-jährige Amerikanerin Iva Jovic sowie Alexandra Eala von den Philippinen, die bei den US Open ein packendes Duell lieferten, gelten als mögliche Stars der nächsten Generation.
Bericht über angespannte Finanzlage der WTA
Abseits des sportlichen Geschehens sorgt zum Turnierende jedoch ein Bericht über die wirtschaftliche Lage der WTA für Aufmerksamkeit. Nach Informationen des britischen „Telegraph“ sollen der Frauen-Tennisorganisation zum Jahresende nur noch rund 15 Millionen US-Dollar an Reserven bleiben.
Für 2026 werde demnach ein Verlust von 23 Millionen Dollar erwartet. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten die Rücklagen bereits im kommenden Jahr aufgebraucht sein. Als wichtiger Grund für das Defizit gilt laut dem Bericht die vorzeitige Beendigung des Vertrags mit Saudi-Arabien zur Austragung der WTA Finals. Eine offizielle Stellungnahme der WTA stand zunächst aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber