Politik

Trump nutzt US-Jubiläum für Eigenlob

USA feiern 250 Jahre – doch Trump nutzt den Auftakt vor allem für eine Sache: eine große Show über sich selbst.

25.06.2026, 04:24 Uhr

Trump eröffnet Jubiläumsfeiern in Washington mit viel Eigenlob

Mit Militärmusik, in Formation fliegenden Kampfjets und einer Rede von Donald Trump haben in Washington die Feiern zum 250. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Staaten begonnen. Auf der National Mall zwischen Kapitol und Lincoln Memorial stellte der US-Präsident dabei vor allem sich und seine Politik in den Mittelpunkt.

Trump steht innenpolitisch derzeit stark unter Druck. Zuletzt wurde selbst im republikanischen Lager die Kritik an ihm lauter. In seiner Ansprache spannte er einen weiten Bogen: vom Krieg mit dem Iran über umstrittene Bauprojekte wie einen neuen Ballsaal im Weißen Haus bis hin zu Maßnahmen seiner Regierung gegen die Rechte von Transmenschen.

Kurz vor dem 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli erklärte Trump: „Amerika ist zurück.“ Über weite Strecken wirkte die Rede wie ein Wahlkampfauftritt. Zum Abschluss sagte er: „Wir werden Amerika wieder großartig machen. (…) Alles Gute zum Geburtstag, Amerika!“

Solche Botschaften prägen viele seiner Auftritte seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025. Der Tenor: Die USA seien das beste Land der Welt, unter Vorgänger Joe Biden dagegen sei das Land „tot“ gewesen. Bei vielen seiner Anhänger kommt diese Rhetorik weiterhin an.

Zahlreiche Menschen waren zu der Veranstaltung auf die Grünanlage im Zentrum der Hauptstadt gekommen. Einige trugen Kappen der MAGA-Bewegung, viele schwenkten US-Flaggen. Vor Trump hatten bereits mehrere Kabinettsmitglieder gesprochen und sowohl die Vereinigten Staaten als auch den Präsidenten gefeiert. Verkehrsminister Sean Duffy bezeichnete Trump als den „großartigsten Präsidenten, den es in diesem Land seit George Washington je gab“. Washington war der erste Präsident der USA, die Hauptstadt trägt seinen Namen. Während der Veranstaltung donnerten Kampfjets über die Stadt und waren auch in anderen Stadtteilen deutlich zu hören.

Schwache Zustimmungswerte trotz großer Worte

Das überschwängliche Lob seiner Minister steht in deutlichem Kontrast zu Trumps Umfragewerten, die seit längerer Zeit schwach ausfallen. Laut einem von ABC News zitierten Politikwissenschaftler, Daniel Treisman von der University of California in Los Angeles, treffen viele Themen aus Trumps zweiter Amtszeit – vom Iran-Krieg bis zur teuren Sanierung des inzwischen erneut von Algen befallenen Reflecting Pools in Washington – nicht die Interessen eines Großteils seiner eigenen Anhänger, „geschweige denn anderer Amerikaner“. Das erkläre seine ungewöhnlich niedrigen Zustimmungswerte.

Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November wird das zunehmend auch für die Republikaner zum Problem. Sie wollen ihre hauchdünne Mehrheit im Senat und im Kongress verteidigen.

Trump setzt in seiner Amtszeit demonstrativ auf militärische Stärke, seine Regierung beschwört ein Kriegerethos. Das Verteidigungsministerium wurde in Kriegsministerium umbenannt. Der Krieg mit dem Iran stößt im Land jedoch bei vielen auf Ablehnung – auch, weil die Energiepreise weltweit gestiegen sind. In den USA wird das vor allem an den Zapfsäulen spürbar.

Programm nach Absagen mehrerer Künstler geändert

Trump hatte die Auftaktveranstaltung im Vorfeld als „größte Live-Kundgebung aller Zeiten“ angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings bereits mehrere Künstler ihre Teilnahme an einer geplanten Konzertreihe abgesagt. Dazu gehörten The Commodores, Bret Michaels von Poison und Fabrice „Fab“ Morvan vom früheren Popduo Milli Vanilli. Viele von ihnen begründeten ihren Rückzug damit, dass die Veranstaltung politischer ausgerichtet sei als zunächst angekündigt.

Trump reagierte verärgert und schrieb Anfang des Monats auf seiner Plattform Truth Social, man brauche „keine talentlosen Sänger“, die das Publikum für hohe Gagen „in den Schlaf wiegen“. Weiter erklärte er, man habe ihnen gesagt, sie sollten lieber zu Hause bleiben. Stattdessen brauche es nur „euch, mich, ein paar Redner und die großartigste Musik, die je gespielt wurde“.

Zu dieser Musik gehörte auch „God Bless the USA“. Der Song war bereits regelmäßig bei Trumps Wahlkampfauftritten zu hören und wurde nun bei den Jubiläumsfeiern unmittelbar vor seiner Rede vom Country-Musiker Lee Greenwood gesungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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