Baden-Württemberg

Beben-Schock in Mannheim/Worms

Plötzlich bebte die Erde im Südwesten: So stark traf das Beben die Grenze von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

10.09.2026, 18:02 Uhr

Schwaches Erdbeben am frühen Abend

Ein Erdbeben hat am frühen Abend die Region an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erschüttert. Nach ersten Angaben des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung und des Landeserdbebendienstes Baden-Württemberg lag die Stärke bei 3,3 beziehungsweise 3,4. Größere Auswirkungen wurden zunächst nicht gemeldet.

Der Erdbebendienst Südwest sprach über Katwarn von einem "schwachen Erdbeben" um 17.27 Uhr bei Worms in Rheinland-Pfalz. Spürbar gewesen sein dürfte es demnach in einem Umkreis von etwa 20 Kilometern um das Epizentrum. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass diese Angaben zunächst nur auf automatischen Messungen beruhen und noch nicht überprüft waren. Auch die Polizei in Ludwigshafen verwies auf Nachfrage auf diese Warnmeldung.

Nach Angaben der Feuerwehr Worms lag das Epizentrum am Stadtrand. Die vom GFZ veröffentlichten Koordinaten verorten es weniger als einen Kilometer von der Autobahn 61 südlich von Worms und etwas mehr als acht Kilometer von der Landesgrenze zu Baden-Württemberg entfernt. Die Tiefe des Bebens wurde mit zehn Kilometern angegeben.

Nach ersten Erkenntnissen fast keine Schäden

Bei der Polizei gingen nach dem Beben deutlich mehr Meldungen ein als sonst. Ein Sprecher in Worms sagte, auf der Dienststelle sei die Erschütterung ebenfalls zu spüren gewesen. Insgesamt sei eine kleine bis mittlere zweistellige Zahl an Anrufen eingegangen.

Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt. In einem Wormser Stadtteil stürzte allerdings ein Baum um. Ob das tatsächlich mit dem Erdbeben zusammenhing, blieb zunächst unklar. Gordon Schnieder (CDU) erklärte, es habe keine Personenschäden gegeben und niemand müsse sich weiter sorgen.

Neu ist der Hinweis der Stadt Worms, dass in den kommenden Tagen spürbare Nachbeben möglich seien. Sicher sei das allerdings nicht, teilte die Stadt auf Instagram mit.

Auch im Polizeipräsidium Mannheim waren die Erschütterungen zu spüren. Ein Sprecher beschrieb die Situation als etwas befremdlich. Wie weit das Beben in der Region noch wahrgenommen wurde, konnte er zunächst nicht einschätzen. Hinweise auf Verletzte oder Schäden lagen dort ebenfalls nicht vor.

In Worms in Gebäuden deutlich zu spüren

Worms liegt im Süden von Rheinland-Pfalz nahe der baden-württembergischen Grenze und hat rund 88.000 Einwohnerinnen und Einwohner. In Gebäuden im Stadtzentrum war das Beben nach Beobachtungen vor Ort deutlich zu bemerken. Häuser wackelten dort mehrere Sekunden lang. Einige Betroffene berichteten, sie hätten zunächst gedacht, etwas sei gegen das Gebäude gefahren.

Auf den Straßen blieb die Lage nach dem Ereignis jedoch ruhig. Viele Menschen saßen an dem sonnigen Abend weiter vor Cafés oder gingen entspannt durch die Innenstadt. Manche Passanten bemerkten das Beben im Freien zunächst gar nicht.

Starke Erdbeben in Deutschland selten

Erdbeben kommen in Deutschland immer wieder vor, stärkere Ereignisse sind jedoch selten. Dass Gebäude einstürzen, ist die Ausnahme. Viele sehr kleine Beben werden laufend registriert, ohne dass Menschen sie bemerken. Spürbar werden Erschütterungen meist erst bei größerer Stärke oder wenn der Erdbebenherd vergleichsweise nah an der Oberfläche liegt.

Gerade im Südwesten sind Erdbeben kein ungewöhnliches Phänomen. Baden-Württemberg gilt als das seismisch aktivste Bundesland Deutschlands. Im Schnitt wird dort etwa einmal pro Monat ein Beben registriert, das Menschen spüren können. Die meisten dieser Erschütterungen bleiben allerdings harmlos.

Ein großer Teil der Erdbebentätigkeit in Deutschland konzentriert sich laut Erdbebendienst Südwest auf Regionen entlang des Rheins und angrenzende Gebiete. Dazu zählen unter anderem der Oberrheingraben, das Mittelrheingebiet und die Niederrheinische Bucht, die als geologische Schwächezonen gelten.

Einen Trend zu häufigeren oder stärkeren Erdbeben sehen Fachleute nicht. Ein Teil heutiger Bodenbewegungen hängt nach Expertenangaben auch mit langfristigen Folgen der letzten Eiszeit zusammen: Nachdem große Eismassen einst auf die Erdkruste drückten, hebt sie sich seit dem Abschmelzen langsam wieder an. Auch das kann Erdbeben begünstigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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