Politik

SPD will jetzt Bayerns Waldbrand-Elite

Mehr Brände, mehr Fluten: Die SPD warnt vor einer heiklen Lücke im bayerischen Katastrophenschutz – mit riskanten Folgen.

10.06.2026, 04:00 Uhr

SPD fordert neue Spezialeinheit gegen Waldbrände in Bayern

Angesichts der steigenden Zahl von Waldbränden in Bayern drängt die SPD-Landtagsfraktion auf den Aufbau einer besonderen Einsatztruppe. Für außergewöhnliche Lagen brauche es nach Ansicht der Partei eigens ausgebildete und entsprechend ausgestattete Kräfte, sagte die innenpolitische Sprecherin Christiane Feichtmeier. Mit einer neu zu schaffenden „Bavarian Wildfire Task Force“ solle Bayern besser auf die zunehmenden Feuer in Wäldern reagieren. Derzeit gebe es im Freistaat bei diesem Thema noch deutliche Defizite.

Als Beispiel verwies Feichtmeier auf den Brand am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen. Dort war Anfang Mai nach einer Phase großer Trockenheit in schwer zugänglichem Gelände ein größeres Feuer ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauerten fast vier Wochen. Zahlreiche Einsatzkräfte waren in dem schwierigen Terrain gefordert, zusätzlich kamen Hubschrauber zur Brandbekämpfung aus der Luft zum Einsatz. Wodurch das Feuer ausgelöst wurde, ist bislang nicht geklärt.

Klimawandel verschärft die Risiken

Nach Auffassung der SPD muss sich Bayern mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel deutlich besser im Katastrophenschutz aufstellen. Die umweltpolitische Sprecherin Anna Rasehorn betonte, wirksame Katastrophenvorsorge beginne lange vor dem eigentlichen Ernstfall. Ziel sei es, die örtlichen Feuerwehren zu entlasten und zu unterstützen. Diese seien zwar fachlich gut aufgestellt und hoch motiviert, könnten jedoch nicht jede besondere Lage allein bewältigen.

Gerade Waldbrände wie jener am Saurüsselkopf stellten die Feuerwehren vor besondere Probleme. Deshalb brauche es laut SPD eine landesweit einsatzfähige Spezialeinheit, die es bislang noch nicht gebe. Die geplante Task Force solle über umfangreiches Spezialwissen und moderne Technik verfügen. Genannt wurden unter anderem KI-gestützte Systeme zur Früherkennung, Drohnen sowie Wärmebildkameras.

SPD sieht auch beim Hochwasserschutz weiteren Bedarf

Nicht nur beim Thema Waldbrand, auch beim Hochwasserschutz sieht die SPD Nachholbedarf. Die Bilanz der Hochwassereinsätze vom Juni 2024 in Schwaben sowie in Ober- und Niederbayern falle aus Sicht der Partei gemischt aus. Zwar seien bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, dennoch komme vieles weiterhin nur langsam voran. Gründe dafür seien komplizierte Förderverfahren, fehlendes Personal und eine übermäßige Planungsbürokratie. Bayern müsse hier schneller, besser abgestimmt und mit mehr Weitblick handeln, so Rasehorn.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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