Bayern

Schilder überklebt: Wo ermittelt wird – wo nicht

Greenpeace klebt Tempolimits über – doch nur eine Polizei ermittelt. Warum derselbe Protest in Bayern anders bewertet wird.

09.06.2026, 16:43 Uhr

Greenpeace muss nach einer Aktion mit überklebten Verkehrsschildern auf Autobahnen mit Konsequenzen rechnen. In Niederbayern hat die Polizei Ermittlungen gegen Aktivisten der Umweltorganisation aufgenommen. In Oberbayern sehen die Behörden dagegen bislang keinen Anlass für ein Verfahren wegen Sachbeschädigung, da dort nach eigenen Angaben kein Schaden festgestellt wurde.

Am Montag hatten Greenpeace-Unterstützer an 26 Grenzübergängen in Deutschland Schilder mit selbst angefertigten Aufklebern verändert. Dabei wurden Anzeigen mit einer empfohlenen Geschwindigkeit von 130 km/h durch Tempo-100-Aufkleber überdeckt.

Ermittlungen in Niederbayern

Auslöser der Ermittlungen ist ein Fall auf der A3 bei Pocking im Landkreis Passau. Nach Angaben der Polizei wurde dort ein manipuliertes Verkehrsschild entdeckt. Beim Entfernen des Aufklebers sei die ursprüngliche Folie des Schildes beschädigt worden, teilte eine Sprecherin mit. Deshalb bestehe der Verdacht auf Sachbeschädigung, und die Kriminalpolizeiinspektion Passau habe die Untersuchungen übernommen.

Aktion an mehreren Grenzübergängen

Auf deutschen Autobahnen gibt es weiterhin kein allgemeines Tempolimit, auch wenn auf vielen Streckenabschnitten konkrete Höchstgeschwindigkeiten gelten.

Am Grenzübergang Suben in Richtung Regensburg etwa weist ein Schild Einreisende auf eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h hin. Greenpeace-Aktivisten hatten dort ebenso wie an weiteren Standorten die Zahl 130 mit einer 100 überklebt.

Nach Darstellung der Umweltorganisation sollte die Aktion die Forderung nach einem generellen Tempolimit unterstreichen. Vergleichbare Aufkleber wurden auch an Grenzübergängen in Aachen sowie in Kiefersfelden in Oberbayern entdeckt.

Greenpeace-Aktion für Tempolimit auf Autobahnen
Die Aufkleber wurden inzwischen wieder entfernt. (Archivbild) Quelle: A4366 Sven Hoppe/dpa

Die betroffenen Schilder in Niederbayern und auf der A93 in Oberbayern wurden später von den zuständigen Autobahnmeistereien wieder freigelegt. Während in Niederbayern wegen des entstandenen Schadens ermittelt wird, prüfen die Behörden in Oberbayern derzeit lediglich, ob mögliche verkehrsrechtliche Verstöße vorliegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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