Nach dem Abschuss eines US-Militärhubschraubers haben die Vereinigten Staaten nach eigenen Angaben Gegenangriffe auf Ziele im Iran geflogen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte auf der Plattform X, die Einsätze seien auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt.
Das Militär bezeichnete die Operation als „verhältnismäßige Antwort“ auf eine aus seiner Sicht unbegründete iranische Attacke. Hintergrund sei der Abschuss des Hubschraubers vor der Küste Omans. Laut Centcom begannen die als Selbstverteidigung deklarierten Angriffe gegen 23.00 Uhr deutscher Zeit.
Zu Umfang und konkreten Zielen machten die USA zunächst keine näheren Angaben. Aus iranischen Medienberichten ging hervor, dass es Explosionen in Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Qeschm gegeben habe. Auch aus der Umgebung der Großstadt Bandar Abbas wurden Einschläge gemeldet.
Trump spricht von harter Reaktion
In einem Telefoninterview mit ABC News sagte Trump, die Antwort auf den Abschuss müsse „sehr stark, sehr kraftvoll“ sein – und genau so falle sie aus. Mit Blick auf die schwierigen Gespräche mit Teheran über ein mögliches Kriegsende erklärte er zudem, es gebe ein „sehr gutes Abkommen“, das wahrscheinlich Bestand haben werde. Details nannte er nicht. In den vergangenen Tagen hatte Trump mehrfach Zuversicht signalisiert, dass eine Einigung mit dem Iran näher rücke.
Obwohl im Krieg mit Iran offiziell seit zwei Monaten eine Waffenruhe gilt, hatte sich die Lage zuletzt deutlich verschärft. Bereits am Sonntag war der Konflikt durch iranische Raketenangriffe auf Israel erneut eskaliert. In der Nacht feuerten iranische Streitkräfte ballistische Raketen unter anderem auf einen Luftwaffenstützpunkt im Norden Israels. Israels Luftwaffe reagierte am Montag mit Angriffen auf iranische Ziele. Trump forderte beide Seiten zu einer „sofortigen“ Feuerpause auf. Danach erklärten sowohl Iran als auch Israel, ihre Angriffe wieder einzustellen. Dennoch blieb die Situation angespannt.
Teheran begründete seine Angriffe mit israelischen Militäraktionen gegen die proiranische Hisbollah im Libanon. Die israelische Regierung ließ jedoch erkennen, dass sie weiter gegen die schiitische Miliz im nördlichen Nachbarland vorgehen will.
Kein Durchbruch bei Verhandlungen in Sicht
Bereits am Dienstag hatte Trump nach dem Abschuss des Apache-Kampfhubschraubers Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran angekündigt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die USA müssten auf den iranischen Angriff „zwangsläufig“ reagieren. Die beiden Besatzungsmitglieder des abgeschossenen Hubschraubers seien unverletzt geblieben und in Sicherheit.
Zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Trump noch einen raschen Sieg in Aussicht gestellt. Doch die Bemühungen um ein dauerhaftes Ende der Kämpfe kommen seit Wochen kaum voran.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion