Baden-Württemberg

Angriffe aufs deutsche Stromnetz

Nächtlicher Blackout in Reutlingen: Steckt hinter dem Anschlag ein Muster wie in Berlin? Die wichtigsten Fälle im Überblick.

09.06.2026, 18:00 Uhr

Angriffe auf die Stromversorgung: Beispiele aus den vergangenen Jahren

Sabotageakte gegen die Stromversorgung in Deutschland kommen nur selten vor, richten sich aber gezielt gegen kritische Infrastruktur. Die Folgen sind teils regional begrenzte, zugleich jedoch gravierende Ausfälle und Schäden in Millionenhöhe. Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählt Linksextremisten zu den relevanten Tätergruppen. Einige Fälle aus jüngerer Zeit im Überblick:

Berlin-Lichterfelde, Januar 2026

Im Südwesten Berlins werden auf einer Brücke Hochspannungskabel beschädigt. Etwa 45.000 Haushalte sowie rund 2.200 Betriebe sind von dem Ausfall betroffen. Die Hauptstadt erlebt damit den längsten Stromausfall seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Erst nach ungefähr 100 Stunden ist die Versorgung vollständig wiederhergestellt. Zu dem Angriff bekennt sich eine sogenannte „Vulkangruppe“.

Berlin-Johannisthal, September 2025

Nach einem Brandanschlag auf zwei Strommasten im Südosten Berlins fällt der Strom für rund 60 Stunden aus. Betroffen sind etwa 50.000 Haushalte und Unternehmen. Auch Notrufsysteme, der öffentliche Nahverkehr und Pflegeheime leiden unter den Folgen.

Düsseldorf/Duisburg, Juli/August 2025

Ein Brandanschlag auf die Bahninfrastruktur an einer der wichtigsten Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen verursacht erhebliche Probleme im Regional- und Fernverkehr. Mehrere Signaltechnik- und Versorgungsanlagen werden beschädigt. Die Folge sind weitreichende Verspätungen, Zugausfälle und Umleitungen. Die Tat wird von einem „Kommando Angry Birds“ reklamiert, das Ermittler dem linksextremen Spektrum zurechnen.

Großflächiger Stromausfall in Reutlingen
Die Polizei ermittelt nach dem Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen. Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Grünheide (Brandenburg), 2021 und 2024

Im Umfeld der Tesla-Gigafactory kommt es wiederholt zu Angriffen. Bereits 2021 geraten die „Vulkangruppen“ in Verdacht, einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der Baustelle verübt zu haben. Fast drei Jahre später steht erneut ein Hochspannungsmast in Flammen. Die Produktion in der Fabrik muss daraufhin für mehrere Tage unterbrochen werden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Terrorismus.

München, Mai 2021

Ein Brandanschlag auf Stromleitungen beeinträchtigt die Energieversorgung der Stadt erheblich. 150 Trafostationen fallen aus, etwa 20.000 Haushalte sind zeitweise ohne Strom. Die Ermittler prüfen einen linksextremistischen Hintergrund. In einem Bekennerschreiben wird ein Rüstungsunternehmen als eigentliches Ziel genannt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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