Politik

2027 droht ein noch größeres Kassenloch

Das Gesundheits-Sparpaket steht schon unter Feuer – und neue Zahlen lassen ahnen: Bei den Kassen droht ein noch größeres Loch.

09.06.2026, 18:05 Uhr

Kassen-Defizit wohl deutlich höher als bislang erwartet

Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen verschärft sich weiter. Nach vorläufigen Daten für das erste Quartal 2026 geht das Bundesgesundheitsministerium inzwischen davon aus, dass das Defizit im kommenden Jahr um 3,5 Milliarden Euro höher ausfallen könnte als bisher angenommen. Das Ministerium bestätigte dies auf Anfrage in Berlin. Zuvor hatte bereits die „Bild“ berichtet. Auslöser ist vor allem, dass die Ausgaben zu Jahresbeginn wesentlich stärker gestiegen sind als in der bisherigen Jahresprognose vorgesehen.

Am Freitag berät der Bundestag über ein vom Kabinett beschlossenes Spargesetz. Damit sollen weitere Erhöhungen der Zusatzbeiträge vermieden werden. Die Vorschläge von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sollen die Krankenkassen im Jahr 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten. Bislang war man von einem Defizit von 15,3 Milliarden Euro ausgegangen. Sollte sich das Minus nun jedoch auf 18,8 Milliarden Euro erhöhen, würde aus dem geplanten Sicherheitspolster stattdessen eine neue Finanzierungslücke von 2,5 Milliarden Euro entstehen.

Sparvorgaben aus dem Kanzleramt

Warken setzt auf Kostendämpfung bei Arztpraxen, Krankenhäusern und der Pharmaindustrie. Außerdem sind höhere Zuzahlungen bei Medikamenten sowie Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern vorgesehen. Gegen diese Pläne gibt es bereits deutlichen Widerstand aus dem Gesundheitswesen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte für die laufenden Beratungen im Parlament vorgegeben, dass der vorgesehene Sparpuffer auf keinen Fall weiter schrumpfen dürfe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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