Politik

Söders heikle Reise: Sudetendeutscher Tag und Präsident

Eklat um Treffen in Brünn: Eine tschechische Regierungspartei will Söders Auftritt verhindern – doch danach wartet ein Präsident.

11.05.2026, 13:39 Uhr

Söder hält an Reise zum Sudetendeutschen Tag in Brünn fest

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will ungeachtet kritischer Stimmen aus Tschechien wie geplant zum Sudetendeutschen Tag nach Brünn reisen. Im Anschluss steht für ihn noch am selben Tag ein Besuch beim tschechischen Präsidenten Petr Pavel in Prag auf dem Programm.

Nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München bekräftigte Söder seine Absicht. Er werde selbstverständlich nach Brünn fahren, sagte er, und bezeichnete dies als klares Signal der Verbundenheit mit den Sudetendeutschen. Zugleich verwies er auf eine Einladung von Präsident Pavel, den er auf der Prager Burg treffen wolle. Über diese Einladung freue er sich sehr.

Das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft ist für den Zeitraum vom 22. bis 25. Mai angesetzt. Es soll erstmals in Tschechien stattfinden. Gegenwind kommt jedoch von der ultrarechten Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD), die im Prager Parlament einen Antrag gegen die Veranstaltung eingebracht hat.

Im tschechischen Abgeordnetenhaus kam es darüber zu einer scharfen Debatte. Unterstützer sehen in dem Treffen ein Zeichen der Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen. Kritiker hingegen befürchten, dass dadurch die Nachkriegsordnung und die Folgen des Zweiten Weltkriegs infrage gestellt werden könnten. Wann über den Vorstoß abgestimmt wird, ist bislang unklar.

Belastete gemeinsame Geschichte

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den Verbrechen der nationalsozialistischen Besatzung wurden rund drei Millionen Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. Viele von ihnen ließen sich später in der Bundesrepublik nieder. Bayern hat bereits 1954 die Schirmherrschaft für die Sudetendeutschen übernommen. Das Verhältnis zwischen Sudetendeutschen und Tschechen galt lange Zeit als schwierig und von historischen Konflikten geprägt.

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat sich zu dem geplanten Treffen bisher nur zurückhaltend geäußert. Er verwies darauf, dass es sich um eine Bürgerinitiative handle und die Sudetendeutschen von einem Kulturfestival eingeladen worden seien. Unterstützung erhält die Veranstaltung dagegen von Brünns Oberbürgermeisterin Marketa Vankova, die sich öffentlich dafür ausgesprochen hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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