Politik

Skandal-Abschiebezentrum in Floridas Sümpfen macht dicht

Ausgerechnet „Alligator Alcatraz“ ist dicht: Trumps Abschiebe-Symbol verschwindet – war das Horrorprojekt am Ende zu teuer?

25.06.2026, 21:39 Uhr

Abschiebezentrum „Alligator Alcatraz“ in Florida wird geschlossen

Das umstrittene Abschiebezentrum „Alligator Alcatraz“ in den Sümpfen Floridas wird stillgelegt. Das teilte Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis mit. Nach seinen Angaben befinden sich dort inzwischen keine Gefangenen mehr. Er betonte, die Anlage in den Everglades sei von Anfang an lediglich als Übergangs- und Notfallmaßnahme vorgesehen gewesen. Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass unter anderem die extrem hohen Betriebskosten zur Schließung beigetragen haben könnten.

Die Einrichtung war zu einem Sinnbild für die harte Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump geworden. Die Regierung hatte das Lager bewusst in den Sümpfen errichten lassen, auch weil die umliegende Wildnis mit Alligatoren mögliche Fluchtversuche abschrecken sollte.

Kritik an Unterbringung und Hygiene

Nachdem Trump das neue Haftzentrum im Sommer 2025 persönlich eingeweiht hatte, entstanden dort binnen weniger Tage Zelte für Tausende Insassen sowie mobile Unterkünfte für das Personal. Standort war ein kaum genutzter Flugplatz.

Kritiker beanstandeten vor allem die käfigähnliche Unterbringung der Gefangenen und schlechte hygienische Bedingungen. Die Regierung wies diese Vorwürfe jedoch zurück. Zudem befassten sich mehrere Gerichte mit der Rechtmäßigkeit und den Zuständen der Anlage.

Der Name „Alligator Alcatraz“ war eine Anspielung auf das frühere Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz in der Bucht von San Francisco. Die Gefängnisinsel galt zwischen 1934 und 1963 als besonders gefürchteter Ort für Schwerverbrecher und als nahezu ausbruchssicher.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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