US-Präsident Donald Trump hat dem Iran neue Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Sollte die Islamische Republik erneut ein Schiff in der Straße von Hormus beschießen, würden die USA nach seinen Worten jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran „bombardieren und zerstören“. Das schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Dabei kündigte er an, auch Brücken und Kraftwerke in Teheran oder in dessen Umgebung ins Visier zu nehmen. Aus seiner Sicht spielt es keine Rolle, ob der Iran Schiffe in der Meerenge mit Raketen, Drohnen oder anderen Waffen angreift.
Bereits in der vergangenen Woche hatten Medien über Angriffe des US-Militärs auf mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran berichtet. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Nach Informationen des Wall Street Journal, das sich auf einen US-Beamten beruft, sollten mit den Attacken auf Brücken Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden.
Der Iran reagierte darauf erneut mit Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain und Katar.
Irans UN-Botschafter sprach mit Blick auf die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur von Kriegsverbrechen. Auch UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich über einen Sprecher besorgt über Angriffe auf zivile Infrastruktur im Iran und in der gesamten Region. Solche Attacken seien inakzeptabel. Das US-Militär erklärte dagegen, man habe Dutzende „militärische Ziele“ mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung.
Trump verschärft seine Drohungen
In den vergangenen Tagen hat Trump seine Rhetorik im festgefahrenen Iran-Krieg weiter verschärft. Erst am Dienstag drohte er erneut mit US-Angriffen auf das Gebiet rund um die iranische Atomanlage, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Im Weißen Haus sagte er: „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht.“ Bereits zuvor hatte der Republikaner einen Angriff auf den Komplex angekündigt, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.
Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage angreifen werde, die Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle. Zugleich drohte er mit noch heftigeren Schlägen. „Ehrlich gesagt haben sie bislang nichts gesehen. Wir waren nett“, sagte er vor Journalisten und Politikern. Nach seiner Darstellung haben die US-Angriffe den Iran schwer getroffen; das Land werde Jahrzehnte für den Wiederaufbau benötigen.
Auch mit Blick auf die Dauer des Kriegs zeigte sich Trump unnachgiebig. „Wenn wir morgen gehen würden, hätten wir einen riesigen Erfolg verzeichnet. Aber wir werden morgen nicht weggehen“, erklärte er.
Zuletzt hatte sich die militärische Eskalation zwischen Washington und Teheran weiter verschärft. Bereits am Montag drohte Trump dem Iran erneut mit harter Vergeltung. „Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!“, schrieb er auf Truth Social. Zuvor hatte das US-Militär den Tod von drei weiteren US-Soldaten nach iranischem Beschuss bekanntgegeben. Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg getöteten US-Militärangehörigen stieg damit inzwischen auf 18.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber