Politik

Schock in Riad: Zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen

Schock in Riad: Nach dem Angriff auf den Hauptflughafen gibt es zwölf Tote und Hunderte Verletzte – was bisher bekannt ist.

11.10.2026, 00:03 Uhr

Nach dem schweren Angriff der Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad mit zwölf Toten haben die jemenitischen Rebellen ihre Attacken auf Saudi-Arabien fortgesetzt. Bei einem neuen Angriff auf den King-Chalid-Airport in Riad am Sonntag wurde nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde ein pakistanischer Staatsbürger getötet. Elf weitere Menschen seien verletzt worden. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt.

Zuvor hatte die saudische Luftfahrtbehörde bereits einen Angriff auf den King-Fahd-Airport in Dammam gemeldet, bei dem ebenfalls Schäden entstanden seien.

Saudi-Arabien macht die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen für die Angriffe verantwortlich. Die Eskalation greift damit immer stärker auf den Jemen-Konflikt über, in dem die Rebellen gegen die von Saudi-Arabien gestützte Regierung kämpfen.

Wegen des besonders schweren Angriffs auf Riad war der Betrieb am internationalen King-Chalid-Airport zuvor zeitweise eingestellt worden. Der Flughafen zählt gemessen am Passagieraufkommen zu den größten der Golfregion.

Huthi reklamieren vier Angriffe in 24 Stunden

Die Miliz erklärte am Sonntagabend, sie habe innerhalb von 24 Stunden vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt – mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ziele seien neben den beiden Flughäfen demnach auch eine Gasanlage sowie eine Raffinerie des Staatskonzerns Aramco gewesen. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Die Huthi hatten zuvor bereits mit neuen Attacken gedroht. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien „legitime Ziele“ – mit Ausnahme der heiligen Stätten Mekka und Medina.

Saudi-Arabien meldet massive Gegenangriffe

Die Huthi erklärten außerdem, Saudi-Arabien habe im gleichen Zeitraum mehr als 120 Luftangriffe auf die Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen im Jemen geflogen. Auch diese Darstellung konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Internationale Reaktionen: „Gefährliche Eskalation“

Die Staaten der sogenannten R4-Gruppe – Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien – verurteilten die Angriffe der Huthi gemeinsam als „eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht“. Es handele sich um eine „gefährliche Eskalation“, die in keiner Weise gerechtfertigt oder hingenommen werden könne.

Hintergrund: Neuerliche Eskalation im Jemen

Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten seit mehr als zehn Jahren im Jemen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Der Bürgerkrieg, bei dem von Hunderttausenden Toten durch direkte und indirekte Kriegsfolgen ausgegangen wird, ist im Zuge des Iran-Kriegs erneut aufgeflammt.

Zugleich wird darüber spekuliert, dass auch die USA als enger Verbündeter Saudi-Arabiens – wie schon 2024 und 2025 – neue Luftangriffe im Jemen beginnen könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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