Politik

Polen: Anschlagsplan gegen Regierungschef vereitelt

Anschlagsalarm um Donald Tusk: Polizei schnappt Verdächtigen – die Behörden warnen vor akuter Gefahr.

11.10.2026, 18:08 Uhr

Verdächtiger nach mutmaßlichem Anschlagsplan gegen Donald Tusk festgenommen

In Polen ist ein Mann festgenommen worden, der nach Erkenntnissen der Behörden einen Anschlag auf Regierungschef Donald Tusk vorbereitet haben soll. Innenminister Marcin Kierwinski teilte dies am Nachmittag auf der Plattform X mit.

Nach Angaben von Jacek Dobrzynski, dem Sprecher des Geheimdienstkoordinators, erfolgte die Festnahme in Niederschlesien. Tusk bedankte sich anschließend ebenfalls auf X bei den Einsatzkräften für ihr schnelles und entschlossenes Vorgehen.

Auch Verteidigungsminister offenbar im Fokus

Nach Informationen der Sicherheitsbehörden könnte neben Tusk auch Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz als mögliches Ziel betrachtet worden sein. Wie Dobrzynski laut der Agentur PAP erklärte, sei das Risiko einer tatsächlichen Umsetzung der Drohungen als sehr hoch bewertet worden. Die Lage werde äußerst ernst genommen, weshalb umgehend ein Krisentreffen einberufen worden sei.

Tusk wurde am Sonntagmorgen informiert

Regierungssprecher Adam Szlapka sagte dem Sender TVN24, der Ministerpräsident sei am frühen Sonntag über die Gefahr unterrichtet worden. Das Warnsignal sei deutlich alarmierender gewesen als ähnliche Hinweise in der Vergangenheit. Tusk habe seine Arbeit dennoch regulär fortgesetzt.

Polen gehört sowohl der EU als auch der Nato an und gilt als wichtiger Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Zugleich sieht sich Warschau selbst durch Moskau bedroht und treibt deshalb seine militärische Aufrüstung voran.

Hinweis soll per E-Mail eingegangen sein

Polnischen Medienberichten zufolge erreichte die erste Warnung den Staatsschutzdienst SOP per E-Mail. Die Behörde ist für den Schutz von Regierungsmitgliedern, Präsident und staatlichen Gebäuden zuständig und informierte anschließend die Polizei.

Wie TVN24 berichtete, soll aus Unterlagen der Sicherheitsdienste hervorgehen, dass der Hinweisgeber über soziale Netzwerke mit einer radikalen Gruppe in Kontakt stand, die Freiwillige für ein Attentat mit Schusswaffen gesucht habe. Später habe sich der Informant demnach mit einem Mann namens Krzysztof getroffen. Bei dem Gespräch sei es um Waffen, Hass auf die Regierung und Pläne für einen Massenmord gegangen.

Die Zeitung Rzeczpospolita schrieb, der Verfasser der E-Mail an den Sicherheitsdienst sei offenbar nicht selbst der mutmaßliche Attentäter gewesen, habe aber von dessen Vorhaben gewusst.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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