Freiburg erobert mit spätem Siegtreffer die Spitze
Der SC Freiburg hat sich mit einem Last-Minute-Erfolg an die Spitze der Bundesliga gesetzt. Die Breisgauer bezwangen den FC Schalke 04 am Ende des 5. Spieltags mit 2:1 (1:1) und zogen damit an Borussia Dortmund und dem FC Bayern vorbei. Matchwinner war der eingewechselte Keisuke Goto, der in der 85. Minute traf.
Die Tabellenführung sorgte auch an der Seitenlinie für großen Jubel: Trainer Julian Schuster feierte so ausgelassen, dass ihm sogar die Kappe vom Kopf rutschte. Nach dem Abpfiff ließen sich Matthias Ginter und seine Mitspieler vor der Kurve mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen von den Fans feiern.
"Wir sind glücklich über diesen Saisonstart", sagte Ginter bei DAZN. Mit Blick auf die Ziele des Sport-Clubs ergänzte der Weltmeister von 2014: "Wir haben die letzten Jahre immer europäisch gespielt. Wenn man Leistungssportler ist, ist es logisch, dass man nicht runterwill. Es ist harte Arbeit, noch einen draufzusetzen."
Vor 34.700 Zuschauern brachte Maximilian Eggestein die Gastgeber früh in Führung (10.). Schalke kam durch Adrian Gantenbein zum Ausgleich (30.). Obwohl Freiburg nach einer Gelb-Roten Karte gegen Yuito Suzuki ab der 64. Minute in Unterzahl spielen musste, gelang noch der entscheidende Treffer. Für den Sport-Club war es im achten Pflichtspiel der Saison bereits der siebte Sieg.
Freiburg zunächst klar besser
In der Anfangsphase bestimmte Freiburg die Partie deutlich. Besonders Derry Scherhant, zuletzt auch in der Nationalmannschaft auffällig, sorgte immer wieder für Gefahr und gehörte erneut zu den Aktivposten.
Nach einer von ihm getretenen Ecke fiel auch das 1:0: Schalke-Keeper Lorius Karius parierte in seinem 100. Bundesliga-Spiel zunächst einen Kopfball von Matthias Ginter, gegen Eggesteins Nachschuss aus kurzer Distanz war er jedoch chancenlos.
Wenig später hätte Igor Matanovic beinahe nachgelegt, doch sein flacher Abschluss wurde im letzten Moment geblockt (18.).
Schalke nutzt Standard zum Ausgleich
Offensiv war von den Gästen zunächst kaum etwas zu sehen. Dennoch fiel der Ausgleich ebenfalls nach einer ruhenden Situation. Nach einer Ecke faustete Freiburgs Torwart Mio Backhaus den Ball genau vor die Füße von Gantenbein, der mit einem abgefälschten Schuss ins rechte untere Eck traf. Für den Schweizer war es nach monatelanger Verletzungspause ein gelungenes Bundesliga-Debüt.
Danach fand Schalke besser ins Spiel. Kurz vor der Pause hatte Freiburg Glück, als Robin Gosens bei einem Klärungsversuch den eigenen Mitspieler Nikola Katic anschoss. Der Ball landete letztlich aber ungefährlich bei Karius.
Suzuki fliegt vom Platz
Mit zunehmender Spieldauer witterte Schalke mehr und mehr seine Chance. Moussa Sylla vergab zunächst eine gute Möglichkeit (59.), kurz darauf lenkte Matanovic den Ball bei einem Rettungsversuch sogar an die eigene Latte (60.).
Dann schwächte sich Freiburg selbst: Suzuki sah nach einem Foul an Soufiane El-Faouzi die Gelb-Rote Karte. Schon seine erste Verwarnung hatte er erhalten, weil er den Ball weggeschossen hatte. Sichtlich frustriert verließ der Japaner den Platz und trat auf dem Weg in Richtung Kabine noch gegen die Bande.
Goto entscheidet offene Schlussphase
In der Schlussphase setzten beide Mannschaften offensiv noch einmal nach. Freiburg brachte unter anderem Lucas Höler, Schalke reagierte mit dem erfahrenen Edin Dzeko. Die Partie blieb offen, doch den entscheidenden Moment hatte der Sport-Club auf seiner Seite: Joker Vincenzo Grifo flankte in den Strafraum, wo Joker Goto per Kopf zum 2:1 traf und Freiburg den späten Sieg sowie die Tabellenführung bescherte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber