Politik

Schock um den Papst: OP wegen Knoten in der Lunge

Schock im Vatikan: Papst Leo XIV. braucht eine OP – bei ihm wurde ein Knoten in der Lunge im Frühstadium entdeckt.

11.10.2026, 12:27 Uhr

Papst Leo XIV. muss sich kurzfristig einer Operation an der Lunge unterziehen. Der 71-Jährige erklärte beim sonntäglichen Angelus-Gebet vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz überraschend, dass Ärzte bei ihm einen „Knoten in der Lunge“ entdeckt hätten. Nach seinen Worten befindet sich dieser im Frühstadium und ist gut lokalisiert.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte, die Ärzte hielten einen Eingriff für notwendig. Auf ihren Rat hin habe er sich deshalb entschieden, sich operieren zu lassen, damit der Befund entfernt werden könne. Nach Angaben aus dem Vatikan soll der Eingriff bereits in den nächsten Tagen in der Gemelli-Klinik in Rom stattfinden, wo Päpste traditionell behandelt werden. Danach werde Leo XIV. voraussichtlich etwa eine Woche Erholung brauchen.

Unklar ist bislang, worum es sich bei dem Knoten genau handelt. Aus den bisherigen Angaben geht nicht hervor, ob es sich um gutartiges Gewebe, eine Krebsvorstufe oder einen bösartigen Tumor handelt. Weitere Einzelheiten zu seinem Gesundheitszustand wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Ein Knoten in der Lunge kann sehr unterschiedliche Ursachen haben – etwa ältere Entzündungen, Infektionen, gutartige Wucherungen, aber auch Lungenkrebs oder Metastasen. Eine sichere Einordnung ist oft erst nach einer Gewebeuntersuchung oder nach der Entfernung möglich. Viele zufällig entdeckte Knoten sind allerdings nicht krebsartig. Dass Leo von einem Befund im „Anfangsstadium“ sprach, lässt medizinisch verschiedene Deutungen zu; Ärzte sprechen bei einem Knoten selbst normalerweise nicht von Stadien, sondern eher bei einer bereits diagnostizierten Erkrankung.

Im Vatikan sind so offene Aussagen zum Gesundheitszustand eines Papstes eher ungewöhnlich. Leo sprach auf Italienisch und wirkte dabei nach Beobachtern mit fester Stimme. Bis Sonntag hatte es keinerlei erkennbare Hinweise auf gesundheitliche Probleme gegeben.

Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, steht seit Mai 2025 als erster Papst aus den USA an der Spitze von rund 1,4 Milliarden Katholiken. Mit seinen 71 Jahren gilt er in der Kirchengeschichte als vergleichsweise junger Pontifex. Bei seiner Wahl war vielfach darüber spekuliert worden, dass ihm ein langes Pontifikat bevorstehen könnte.

Bislang waren keine gesundheitlichen Probleme des Kirchenoberhaupts bekannt. Noch Ende des vergangenen Monats absolvierte Leo bei einer Frankreich-Reise vier Tage lang ein dichtes Programm mit großen Gottesdiensten unter freiem Himmel und wurde von mehr als einer Million Gläubigen gefeiert – ohne sichtbare Schwäche.

Die Gemelli-Klinik, in der Leo nun behandelt werden soll, spielte bereits bei seinem Vorgänger eine wichtige Rolle: Franziskus war dort bis kurz vor seinem Tod behandelt worden. Dem Argentinier fehlte seit jungen Jahren ein Teil der Lunge.

Seit seinem Amtsantritt machte Leo XIV. unter anderem mit einer Enzyklika zur Künstlichen Intelligenz auf sich aufmerksam. International sorgten zudem seine wiederholten Gegenpositionen zu US-Präsident Donald Trump für Schlagzeilen – etwa bei Themen wie Diplomatie, Migration und Todesstrafe. In der Kirche gilt Leo als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen Lagern.

Medienberichten zufolge hielt sich der Papst bisher mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit. In seiner Wohnung im Apostolischen Palast soll es auch ein Fitnessstudio geben. Zudem lässt der aus Chicago stammende Pontifex seine Umgebung immer wieder an seiner Begeisterung für Sport und Vereine teilhaben, darunter das Baseball-Team White Sox.

Eigentlich ist für den kommenden Monat eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant. Gerade zu Peru hat Leo XIV. eine enge Verbindung: Dort war der frühere Leiter des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig; zudem besitzt er die peruanische Staatsbürgerschaft. Bei seinem Angelus-Gebet ließ er zunächst nicht erkennen, dass er auf die Reise verzichten will.

Als Papst ist Leo XIV. zugleich Staatsoberhaupt des Vatikans, des kleinsten Staates der Welt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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