Politik

Polens Mega-Parade zum «Tag der Armee»

Kilometerlange Parade, Hightech-Panzer, Kampfjets: Polen zeigt am Tag der Armee, wie ernst es die Sicherheit jetzt meint.

15.08.2026, 15:10 Uhr

Große Militärparade in Warschau zum Tag der Armee

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Polen den Tag der Armee mit einer großen Militärparade in Warschau begangen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP marschierten im Zentrum der Hauptstadt rund 2.000 Soldatinnen und Soldaten auf. Außerdem wurden zahlreiche Militärfahrzeuge gezeigt, darunter moderne Kampfpanzer des südkoreanischen Typs K2 Black Panther.

Die Parade erstreckte sich über mehrere Kilometer durch die Stadt. Über den Dächern Warschaus waren zudem Flugzeuge und Hubschrauber zu sehen. Unter den Maschinen sollten sich auch drei Militärflugzeuge der deutschen Luftwaffe befinden.

Gedenken an einen historischen Sieg

Präsident Karol Nawrocki sagte, die polnische Nation wisse sehr genau, welchen Preis sie für ihre Unabhängigkeit bezahlt habe. Die eigene Geschichte helfe dem Land dabei, aktuelle Gefahren richtig einzuschätzen. Der rechtskonservative Politiker und Historiker sprach von einem „Tag der Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft“. Polen gehört seit 1999 dem Nato-Verteidigungsbündnis an.

Am 15. August erinnert Polen traditionell an die Schlacht bei Warschau im Jahr 1920. Damals gelang es dem jungen polnischen Staat, die sowjetische Rote Armee überraschend zurückzuschlagen. Der Polnisch-Sowjetische Krieg endete erst 1921 mit dem Friedensvertrag von Riga. Seit 1992 wird der 15. August offiziell als Tag der polnischen Armee begangen.

Verweis auf europäisches Verteidigungsprogramm

Die diesjährigen Feierlichkeiten standen unter dem Motto „Polnisches SAFE – Sicheres Polen“. Damit verwies Polen auf das im vergangenen Sommer beschlossene EU-Programm „Security Action for Europe“ (SAFE).

Die Europäische Union will über SAFE bis zu 150 Milliarden Euro in Form langfristiger Darlehen bereitstellen. Ziel ist es, die europäischen Verteidigungsfähigkeiten auszubauen und zugleich die Rüstungsindustrie zu unterstützen.

Selenskyj gratuliert Polen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gratulierte dem Nachbarland zum Tag der Armee. Er erinnerte daran, dass der Vormarsch der Bolschewiki damals auch mit Hilfe des ukrainischen Volkes gestoppt worden sei.

„Und heute muss Moskau auf die gleiche Art verlieren“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. „Auch heute wird das Schicksal von Staaten entschieden – das der Ukraine und der Nachbarländer.“ Mit gegenseitiger Hilfe könne viel erreicht werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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