Politik

Ohio-Video entfacht Streit zwischen Trump und Republikanern

In Ohio greift ein Republikaner zur Mutter seiner Rivalin – selbst die eigene Partei ist entsetzt. Und was macht Trump?

22.10.2026, 23:17 Uhr

Im Rennen um das Gouverneursamt im US-Bundesstaat Ohio hat ein umstrittenes Wahlkampfvideo einen parteiübergreifenden Streit ausgelöst und auch Präsident Donald Trump auf den Plan gerufen. Der republikanische Bewerber Vivek Ramaswamy griff darin zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er ließ die Mutter seiner demokratischen Gegnerin Amy Acton auftreten, um deren Glaubwürdigkeit infrage zu stellen.

Acton hatte im Wahlkampf über schwere Gewalt in ihrer Kindheit gesprochen. Nach ihren Angaben wurde sie als Kind von dem damaligen Partner ihrer Mutter vergewaltigt. Ihre Mutter Donna Arthur habe später das Sorgerecht verloren; seither habe es keinen Kontakt mehr zwischen Mutter und Tochter gegeben.

In dem von Ramaswamy verbreiteten Video sagt Arthur nun, Acton habe ein „ernsthaftes Problem“. Wörtlich wirft sie ihrer Tochter vor, über ihre Vergangenheit zu lügen.

Actons Team reagierte empört und nannte den Auftritt Teil einer „widerlichen“ Kampagne. Unterstützung erhielt die Demokratin von ihrem Bruder Philip Stearns, der das Video als „verabscheuungswürdig“ bezeichnete. Zugleich bestätigte er, dass Acton im Alter von zwölf Jahren sexuell missbraucht worden sei. Über den damaligen Stiefvater sagte er, nach dessen Festnahme und nachdem er und Amy aus der Obhut der Mutter genommen worden seien, sei die leibliche Mutter bis zu dessen Tod mit Amys Vergewaltiger verheiratet geblieben.

Deutliche Kritik auch aus den Reihen der Republikaner

Der amtierende Gouverneur von Ohio, Mike DeWine von den Republikanern, sprach am Donnerstag von einer „äußerst, äußerst bedenklichen“ Aktion. Er forderte das Wahlkampfteam Ramaswamys nachdrücklich auf, das Video zurückzuziehen. Auch andere Republikaner äußerten deutliche Kritik.

Amy Acton
Acton wird zur Zielscheibe im Wahlkampf. (Archivbild) Quelle: Jay LaPrete/AP/dpa

Kurz darauf meldete sich jedoch Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social zu Wort. Er forderte Ramaswamy auf, an dem Video festzuhalten, damit die Öffentlichkeit höre, was Actons Mutter zu sagen habe. DeWine attackierte Trump zugleich scharf und bezeichnete ihn als unfähig und illoyal. Außerdem schrieb Trump, er wünschte, die Mütter seiner politischen Gegner würden ebenso mutig auftreten und ihre Kinder als Lügner bezeichnen.

Am 3. November finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Dabei werden neben rund einem Drittel der Sitze im Senat und dem gesamten Repräsentantenhaus auch zahlreiche Gouverneursposten neu vergeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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