Baden-Württemberg

A5 dicht: Diese Weltkriegsbombe legt alles lahm

Plötzlich Bombenalarm bei Baden-Baden: Häuser leer, A5 dicht. Was Anwohner und Autofahrer jetzt wissen müssen.

22.10.2026, 17:46 Uhr

Bei Sinzheim nahe Baden-Baden ist am Donnerstag eine Weltkriegsbombe gefunden und am Abend erfolgreich entschärft worden. Wegen des Einsatzes wurde die Autobahn A5 im Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Bühl und Baden-Baden ab etwa 19.30 Uhr vollständig gesperrt, wie das Landratsamt Rastatt mitteilte. Autofahrer sollten den Bereich weiträumig umfahren.

Um 20.33 Uhr meldete die Behörde, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe unschädlich gemacht hat.

Neun Menschen und 13 Pferde evakuiert

Entdeckt wurde der Blindgänger am Morgen von einem Baggerfahrer bei Bauarbeiten in der Nähe einer Gemeinschaftskläranlage in Sinzheim. Für die Entschärfung musste ein Umkreis von einem Kilometer rund um den Fundort geräumt werden. Nach Angaben der Gemeinde bestand die Gefahr, dass Menschen bei einer möglichen Explosion insbesondere durch herumfliegende Trümmerteile verletzt werden könnten.

Die Evakuierung verlief laut Landratsamt ohne nennenswerte Probleme. In dem betroffenen Bereich leben den Behörden zufolge neun Menschen, die vorübergehend bei Privatpersonen untergebracht wurden. Außerdem wurden 13 Pferde auf die Galopprennbahn nach Iffezheim gebracht.

Immer wieder Bombenfunde in Baden-Württemberg

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Baden-Württemberg weiterhin Fliegerbomben entdeckt. Mitte Mai hatte in Pforzheim eine 1,8 Tonnen schwere Bombe umfangreiche Räumungen ausgelöst. Damals waren bis zu 30.000 Menschen betroffen.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums wurden im Zweiten Weltkrieg rund 1,35 Millionen Tonnen Munition über dem Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen. Etwa 100.000 Tonnen davon entfielen auf das heutige Baden-Württemberg. Schätzungen zufolge explodierten 10 bis 15 Prozent der Munition nicht. Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass sich weiterhin zahlreiche Blindgänger im Boden und in Gewässern befinden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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