Antonelli will Titelrechnungen vor Austin ausblenden
Kimi Antonelli versucht, die Möglichkeit seines ersten WM-Triumphs vor dem Großen Preis der USA am Sonntag gar nicht erst an sich heranzulassen. „Wenn man darüber nachdenkt, ist das verrückt – deshalb versuche ich es nicht“, sagte der 20-jährige Mercedes-Pilot. Beim Rennen in Austin (21.00 Uhr MEZ/Sky) könnte der Italiener als jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte feststehen.
Damit würde Antonelli Sebastian Vettel ablösen, der 2010 im Alter von 23 Jahren seinen ersten von insgesamt vier WM-Titeln gewann.
Voraussetzung ist ein ganz bestimmtes Rennergebnis auf dem Circuit of The Americas: Gewinnt Antonelli, darf sein Teamkollege George Russell nicht besser als Neunter werden, und Lewis Hamilton müsste im Ferrari hinter Platz fünf bleiben. Tritt dieses Szenario ein, wäre Antonelli der Titel in den verbleibenden Rennen nicht mehr zu nehmen.
Hamilton traut Antonelli den Titel zu
Lewis Hamilton stellte sich vor dem Rennen demonstrativ hinter seinen jungen Nachfolger bei Mercedes. „Er hat es einfach verdient, Weltmeister zu werden“, sagte der Rekordchampion, der in der Pressekonferenz direkt neben Antonelli saß. Der Brite, der 2025 zu Ferrari gewechselt war, hatte sein Cockpit bei den Silberpfeilen für den Fahrer aus Bologna freigemacht.
Mit einem Lächeln gab Hamilton dem deutlich jüngeren Italiener zudem noch einen Rat mit auf den Weg: „Mach langsam.“
Antonelli machte deutlich, dass ein Titelgewinn für ihn die Erfüllung eines großen Traums wäre. Gleichzeitig sprach er über die wichtige Rolle seines Vaters, den er als seinen „Fels“ bezeichnete. Gerade zu Beginn sei dieser allerdings keineswegs begeistert gewesen von der Idee, dass sein Sohn in den Motorsport einsteigt.
„Als ich noch klein war und alles erst anfing, wollte er nicht, dass ich Rennen fahre“, erzählte Antonelli. Der Rennsport könne hart und gnadenlos sein, außerdem seien die finanziellen Belastungen enorm.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber