Politik

Kurz vor Trump-Auftritt: Bewaffneter in LA gestoppt

Spähte er Trumps Golfplatz aus? Bei der Hausdurchsuchung stoßen Ermittler auf ein beunruhigendes Waffenarsenal.

05.08.2026, 03:53 Uhr

Zwei Tage vor einem geplanten Auftritt von US-Präsident Donald Trump auf seinem Golfclub im Raum Los Angeles hat die Polizei dort einen bewaffneten 38-Jährigen festgenommen. Nach Angaben der örtlichen Behörden fiel zivil eingesetzten Bundessicherheitskräften auf, dass der Mann offenbar die Sicherheitsvorbereitungen für den Präsidentenbesuch beobachtete.

Bei der Festnahme am Sonntag entdeckten die Beamten ein Magazin für 16 Patronen. In dem Fahrzeug des Verdächtigen, das auf dem Parkplatz der Anlage stand, fanden sie außerdem eine geladene Pistole sowie ein weiteres Magazin mit Hohlspitzmunition.

Neu hinzugekommen ist nun ein Vorwurf auf Bundesebene: Nach Angaben eines kalifornischen Bundesstaatsanwalts wird dem 38-Jährigen der Besitz eines nicht registrierten Gewehrs zur Last gelegt. Unabhängig davon läuft gegen ihn laut Polizei bereits ein anderes Verfahren wegen eines Raubdelikts.

Bei einer anschließenden Durchsuchung seines Wohnumfelds im nahe gelegenen Downey wurden laut dem Büro des Sheriffs von Los Angeles County weitere Gegenstände sichergestellt, darunter:

  • ein illegal verändertes AR-Sturmgewehr
  • eine weitere Pistole
  • übergroße Magazine
  • größere Mengen an Munition für Pistolen und Gewehre
  • eine kugelsichere Weste
  • mehrere Notizbücher mit aus Sicht der Ermittler besorgniserregenden Äußerungen

Nähere Informationen zum Inhalt dieser Notizbücher nannten die Behörden nicht. Die weiteren Untersuchungen werden den Angaben zufolge gemeinsam mit Anti-Terror-Einheiten und dem Secret Service geführt, der für den Schutz des Präsidenten zuständig ist. Der 38-Jährige bleibt in Gewahrsam, während die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe prüft.

Trump kam am Dienstagabend Ortszeit in den Trump National Golf Club im Vorort Rancho Palos Verdes. Dort wollte er bei einer Veranstaltung Spenden für die Republikaner einwerben.

In einem Interview mit Fox News in Kalifornien sagte Trump mit Blick auf die Festnahme, es gebe ihm „ein bisschen Trost“, dass nur bedeutende Präsidenten zur Zielscheibe würden. „Und ich bin definitiv bedeutend.“

Nicht der erste Sicherheitsvorfall

Nach bisherigem Stand legen die Ermittler dem Verdächtigen keinen konkreten Anschlagsplan zur Last. Dennoch reiht sich der Fall in frühere Sicherheitsvorfälle im Umfeld von Trumps Golfanlagen ein.

Im September 2024 hatte der Secret Service auf einem Trump-Golfplatz in Florida auf einen bewaffneten Mann geschossen, der sich in einem Gebüsch verborgen hielt. Der Verdächtige selbst gab keinen Schuss ab, flüchtete zunächst, wurde aber kurz darauf gefasst. Wegen des versuchten Attentats wurde er im Februar 2026 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Bereits im Juli 2024 war Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania angeschossen und am rechten Ohr verletzt worden. Der Täter hatte von einem nahe gelegenen Dach aus das Feuer eröffnet. Ein Besucher starb, zwei weitere Menschen wurden verletzt. Sicherheitskräfte erschossen den Schützen.

Die vergleichsweise lockeren Waffengesetze in den USA gelten seit langem als umstritten. In vielen Bundesstaaten sind Pistolen und auch Sturmgewehre deutlich leichter erhältlich als etwa in Deutschland.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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