Politik

Attacke erfunden? Neue Ermittlungen am AfD-Stand

Angriff auf AfD-Kandidaten? Ein Video stellt alles infrage – und plötzlich steht ausgerechnet er im Fokus der Ermittler.

05.08.2026, 12:13 Uhr

Gut fünf Monate nach einer Auseinandersetzung an einem AfD-Infostand in Oberbayern richtet sich ein Ermittlungsverfahren nun nicht mehr gegen drei zunächst beschuldigte mutmaßliche Angreifer, sondern gegen den damaligen AfD-Bürgermeisterkandidaten in Rott am Inn, Michael Maurer. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein besteht der Verdacht der falschen Verdächtigung. Für Maurer, der nach dem Vorfall Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hatte, gilt die Unschuldsvermutung.

Wie die Behörde mitteilte, haben die inzwischen eingestellten Ermittlungen gegen die drei anderen Beteiligten Hinweise ergeben, dass Maurer selbst möglicherweise eine strafbare Handlung begangen haben könnte. Das Verfahren gegen ihn befinde sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium. Bevor es abgeschlossen werde, sollten die Erkenntnisse sorgfältig ausgewertet werden. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur wollte sich Maurer nicht äußern. Er kenne die genauen Vorwürfe nicht und wolle die Angelegenheit nach eigenen Worten "auf sich beruhen lassen".

Früh kamen Zweifel an der Darstellung der AfD auf

Schon kurz nach dem Vorfall vom 28. Februar waren Zweifel an der zunächst von der AfD geschilderten Version aufgekommen. Hintergrund waren Videoaufnahmen, die vom Rosenheimer Infostand stammen sollen. Darauf ist zu sehen, wie mehrere AfD-Politiker und linke Aktivisten um ein Banner ringen. Währenddessen geht Maurer zu Boden und fasst sich ans Knie.

Nach der nun von der Staatsanwaltschaft geschilderten Einschätzung beteiligte sich der AfD-Kandidat nur kurz an dem Gerangel, verlor dann das Gleichgewicht und stürzte nach vorn. Eine Sprecherin der Behörde sagte, es sei keine aktive Einwirkung einer anderen Person auf den Kandidaten erkennbar.

Staatsanwaltschaft spricht von passivem Verhalten der linken Aktivisten

Nach Angaben der Ermittler wurde Maurer weder ein Bein gestellt noch sei er am Boden liegend angegriffen worden. Vielmehr hätten sich die dem linken Spektrum zugeordneten Beteiligten passiv verhalten und Abstand zu ihm genommen. Diese Darstellung werde auch von zwei unbeteiligten Zeuginnen bestätigt.

Der AfD-Landtagsabgeordnete und Rosenheimer Kreisvorsitzende Andreas Winhart hatte nach Bekanntwerden des Videos noch erklärt, Maurer sei vor allem durch Ziehen und Drücken der Gegenseite zu Fall gekommen. Zu dem aktuellen Stand der Ermittlungen war Winhart zunächst nicht erreichbar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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