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Ebola im Kongo: Jetzt wird es schlimmer denn je

Ebola im Kongo außer Kontrolle? Kämpfe, Misstrauen und Regen bedrohen den Kampf gegen den schlimmsten Ausbruch.

05.08.2026, 14:28 Uhr

Ebola-Ausbruch im Ostkongo spitzt sich weiter zu

Etwa zweieinhalb Monate nach Beginn des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo bewerten Ärzte ohne Grenzen die Situation als so kritisch wie nie zuvor. Nach Angaben der Hilfsorganisation breitet sich das Virus in alarmierendem und bislang beispiellosem Tempo aus.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus reiste inzwischen zum zweiten Mal seit Ausbruch der Epidemie in den Kongo. Zunächst wollte er in der Hauptstadt Kinshasa mit Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen beraten, wie die tödliche Krankheit wirksamer eingedämmt werden kann.

Viele Ansteckungswege weiterhin unklar

Bislang wurden im Labor mehr als 3.600 Ebola-Infektionen bestätigt. Rund 1.500 Menschen starben an der Krankheit. Ein zentrales Problem bleibt, dass noch immer zu wenige Kontaktpersonen von Infizierten identifiziert werden, um sie rechtzeitig zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren laut Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patientinnen und Patienten zuvor nicht als Kontaktfälle registriert.

Gerade das gilt jedoch als entscheidend für den Erfolg im Kampf gegen Ebola: Wenn mehr als 90 Prozent der Kontaktpersonen bekannt sind, isoliert werden und schon bei ersten Symptomen medizinisch versorgt werden, lässt sich ein Ausbruch eindämmen. Misstrauen gegenüber staatlichen Stellen sowie anhaltende Kämpfe in Rebellengebieten, durch die Hunderttausende fliehen mussten, behindern diese Arbeit erheblich.

Hilfsorganisation fordert zusätzliche Mittel

Inzwischen ist es der größte Ebola-Ausbruch, der jemals im Kongo verzeichnet wurde. Zudem dürfte die einsetzende Regenzeit Transporte und Hilfseinsätze weiter erschweren. Ärzte ohne Grenzen fordert deshalb dringend zusätzliche finanzielle Unterstützung, um medizinische Teams zu stärken, Kontaktpersonen besser nachzuverfolgen und weitere humanitäre Hilfe in dem armen Land sicherzustellen.

Ebola-Ausbruch - Kongo
WHO-Chef Tedros zum zweiten Mal im Kongo (Archivbild) Quelle: Samy Ntumba Shambuyi/AP/dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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