Politik

Kim tilgt Wiedervereinigung aus Verfassung

Historischer Bruch: Nordkorea streicht die Einheit mit Südkorea aus der Verfassung – was bedeutet dieser Kurswechsel?

06.05.2026, 08:15 Uhr

Nordkorea hat in seiner überarbeiteten Verfassung alle Hinweise auf eine mögliche Wiedervereinigung mit Südkorea entfernt. Das geht aus einem Dokument hervor, das die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap im Vereinigungsministerium in Seoul einsehen konnte.

Seit der Staatsgründung 1948 hatte Pjöngjang die politische Vereinigung mit dem Süden offiziell als Ziel ausgegeben. Ende 2023 rückte Machthaber Kim Jong Un erstmals deutlich davon ab und bezeichnete Südkorea als den „Hauptfeind“. Im Januar 2024 ließ die Führung außerdem das als Symbol der Annäherung geltende, 30 Meter hohe Wiedervereinigungsdenkmal im Süden Pjöngjangs abreißen.

Dass dieser Kurswechsel nun auch in der Verfassung verankert wurde, bewerten Fachleute unterschiedlich. Der von Yonhap zitierte Politikwissenschaftler Lee Jung Chul von der Seouler Nationaluniversität sieht darin womöglich eine Grundlage für eine „friedliche Koexistenz“ beider koreanischer Staaten. Andere Experten warnen dagegen, dass die Gefahr eines möglichen militärischen Konflikts zwischen Nord- und Südkorea gestiegen sei.

Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 in einen kommunistisch regierten Norden und einen demokratischen Süden geteilt. Zwar endete der Krieg mit einem Waffenstillstand, einen Friedensvertrag haben beide Staaten jedoch bis heute nicht unterzeichnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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