Bayern

Waffen-Alarm in Würzburg: So endete der Großeinsatz

Bewaffneter Verdächtiger weiter auf der Flucht – der Großeinsatz ist vorbei. Was die Polizei über den Mann weiß.

15.07.2026, 08:02 Uhr

Nach den Schüssen auf ein Mehrparteienhaus in Würzburg ermittelt die Polizei weiter wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Einen konkreten Verdächtigen gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang nicht. Gesucht wird weiterhin nach einem Mann, der am Dienstagabend mehrere Schüsse auf das Gebäude abgegeben haben soll. Verletzt wurde niemand.

Eine junge Bewohnerin des Hauses sagte am Morgen nach der Tat, sie könne sich nicht erklären, wer hinter dem Angriff stecken könnte. „Wir haben alle keine Feinde“, versicherte die Frau. Sie wisse nicht, wer der Täter gewesen sein könnte.

Einschusslöcher an Fenster, Tür und Fassade

Am Morgen nach dem Vorfall zeugten mehrere Einschusslöcher von dem dramatischen Abend. Getroffen wurden nach bisherigen Erkenntnissen unter anderem ein Fenster, die Haustür und die Fassade des Hauses im Würzburger Stadtteil Unterdürrbach. In dem Gebäude leben nach dpa-Informationen überwiegend Frauen.

Nach Angaben der Polizei feuerte der Täter mit einer Handfeuerwaffe mehrfach auf das Wohnhaus. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass auch scharfe Munition in die Luft abgegeben worden sein soll. In der Wohnung, die offenbar besonders im Fokus des Schützen stand, hielten sich zur Tatzeit ebenfalls Menschen auf. Auch dort wurde niemand verletzt.

Eine Bewohnerin berichtete, sie habe den ersten lauten Knall zunächst für einen Böller gehalten. Kurz darauf sei ein weiterer Schuss zu hören gewesen. Nachbarn hätten ihr dann geschrieben, dass in ihre Wohnung geschossen worden sei. Die Bewohner des Hauses seien daraufhin in Panik geraten und hätten den Abend gemeinsam verbracht.

Großaufgebot der Polizei im Einsatz

Nach den Schüssen rückten zahlreiche Einsatzkräfte an und sperrten das Gebiet weiträumig ab. Weil die Lage zunächst unklar war, warnte die Polizei am Abend vor einer möglichen Bedrohungslage. Gesucht wurde demnach nach einer männlichen Person mit schwarzer Jacke und Kapuze. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Bereich großräumig zu meiden und keine Anhalter mitzunehmen.

An der Fahndung waren neben der örtlichen Polizei auch Kräfte der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei beteiligt. Die Spurensicherung am Tatort ist inzwischen abgeschlossen. Vor Ort wurden unter anderem Videoaufnahmen gesichert, außerdem befragen die Ermittler nun Anwohner und mögliche Zeugen, um neue Hinweise auf den Schützen zu erhalten.

Kein Zusammenhang mit dem Kiliani-Volksfest

Zeitgleich läuft in Würzburg das Kiliani, das größte Volksfest Unterfrankens. Das Festgelände auf den Mainwiesen liegt nur rund eineinhalb Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt und zieht täglich viele Besucher an. Nach Polizeiangaben gibt es jedoch keinen Zusammenhang zwischen den Schüssen und dem Volksfest.

Dennoch waren und sind im Umfeld des Festes sowie auf den Wegen zu den Parkplätzen uniformierte Einsatzkräfte unterwegs. Damit sollte die Sicherheitslage für Besucher zusätzlich abgesichert werden.

Hintergründe weiter unklar

Warum auf das Haus geschossen wurde, ist weiter offen. Die Ermittler prüfen, ob es sich um eine mögliche Beziehungstat handeln könnte oder ob gezielt jemand eingeschüchtert werden sollte. Zu einem denkbaren Motiv gibt es laut Staatsanwaltschaft bislang mehrere Theorien, nähere Details wurden aber noch nicht genannt.

Der mutmaßliche Täter ist weiter auf der Flucht. Die Bewohnerin, die den Schützen nach eigenen Angaben nicht gesehen hat, zeigte sich erleichtert, die unübersichtliche Situation am Abend nicht allein durchstehen zu müssen. Alle seien zunächst unter Schock gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen