Politik

Klare Mehrheit will Pflicht bei Vorschuljahr & Sprachtests

Mehr Geld, mehr Förderung: Warum die Mehrheit in Deutschland jetzt einen Ausbau der frühkindlichen Bildung fordert

06.10.2026, 12:19 Uhr

Umfrage: Große Zustimmung für stärkere Frühförderung vor der Schule

Eine klare Mehrheit in Deutschland wünscht sich mehr verbindliche Bildungsangebote schon vor dem Schulstart. Das geht aus dem neuen Bildungsbarometer des ifo-Instituts in München hervor. Demnach sprechen sich 72 Prozent für ein verpflichtendes Vorschuljahr aus. Noch größer ist die Zustimmung bei Sprachprüfungen: 89 Prozent befürworten verpflichtende Sprachtests für Kinder im Alter von viereinhalb Jahren.

Frühkindliche Bildung als Schlüssel

Der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, betonte die Bedeutung früher Förderung. Frühkindliche Bildung schaffe wichtige Voraussetzungen für die geistige, sprachliche sowie soziale und emotionale Entwicklung von Kindern. Deshalb sei es entscheidend, dass alle Kinder Zugang zu qualitativ hochwertiger Betreuung und Förderung erhalten.

Eltern bewerten eigene Kita meist positiv

Trotz häufiger Kritik am Kita-System zeigen sich viele Eltern mit der Einrichtung ihres eigenen Kindes zufrieden. 65 Prozent vergaben für ihre Kita die Schulnoten 1 oder 2. Auffällig ist laut Studie, dass die Einschätzung der eigenen Einrichtung deutlich besser ausfällt als die Bewertung der Kitas in Deutschland insgesamt.

Mehrheit findet einen Platz ohne große Hürden

Bei der Suche nach einem Kita-Platz berichtete ein Viertel der Eltern von größeren Schwierigkeiten. Eine Mehrheit von 56 Prozent erklärte dagegen, kaum Probleme gehabt zu haben. Als drängendste Herausforderungen nannten die Befragten dennoch vor allem den Mangel an Kita-Plätzen und einen zu schlechten Betreuungsschlüssel.

Mehr Geld und bessere Bezahlung gewünscht

Um mehr Fachkräfte für Kitas zu gewinnen, sprechen sich viele Teilnehmer der Umfrage unter anderem für höhere Löhne im Kita-Bereich aus. Nach Angaben der ifo-Forscherin Vera Freundl befürworten zudem rund drei Viertel der Befragten steigende Ausgaben für Kindertagesstätten. Beim Einsatz digitaler Medien schon im Kindergartenalter zeigt sich hingegen kein klares Meinungsbild: Hier sind sowohl Eltern als auch Gesamtbevölkerung gespalten.

Grundlage der Befragung

Für das ifo-Bildungsbarometer 2026 wurden im Mai und Juni bundesweit 3.033 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren sowie 965 Eltern mit Kindern bis sechs Jahren repräsentativ befragt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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