US-Präsident Donald Trump hatte einen vorläufigen Stopp der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon angekündigt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte nun jedoch deutlich, dass Israel seinen Kurs nicht geändert hat.
Netanjahu erklärte am Abend auf der Plattform X, er habe Trump in einem Telefonat mitgeteilt, dass Israel Terrorziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut angreifen werde, falls die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstelle. An dieser Haltung halte Israel unverändert fest. Zugleich solle die israelische Armee ihre Einsätze im Südlibanon wie geplant fortsetzen.
Trump hatte zuvor auf Truth Social geschrieben, Israel und die Hisbollah würden ihre gegenseitigen Angriffe zunächst aussetzen. Außerdem werde Israel entgegen früheren Drohungen keine Bodentruppen nach Beirut schicken.
Libanons Präsident: Vereinbarung gilt zunächst nur für Beirut
Nach Angaben des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun bezieht sich der angekündigte Stopp israelischer Angriffe zunächst auf die südlichen Vororte Beiruts. Demnach sollen die israelischen Angriffe dort eingestellt werden, während die Hisbollah im Gegenzug auf Attacken gegen Israel verzichtet.
Das Präsidialamt in Beirut teilte mit, die Waffenruhe solle anschließend auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden. Zudem habe die Hisbollah dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen Stopp der Angriffe zugestimmt. Eine entsprechende Bestätigung liege den libanesischen Behörden vor.
Kämpfe gehen trotz Gesprächen weiter
Die Spannungen zwischen Israel und der schiitischen Miliz haben sich zuletzt deutlich verschärft. Zwar hatten Israel und die libanesische Regierung, die nicht direkt an den Kämpfen beteiligt ist, Mitte April eine Feuerpause vereinbart. Die Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel jedoch weiter ab. Seitdem dauern die Gefechte an, beide Seiten greifen sich nahezu täglich an. Vor allem im Libanon gibt es dabei immer wieder Tote und Verletzte.
Netanjahu hatte bereits zuvor neue Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts in Aussicht gestellt. Israels Armee war in den vergangenen Tagen zudem weiter in libanesisches Gebiet vorgedrungen, befand sich aber weiterhin in erheblicher Entfernung zur Hauptstadt.
Seit mehreren Wochen verhandeln Vertreter Israels und des Libanon in Washington über Möglichkeiten, den Konflikt einzudämmen. Ein Durchbruch blieb bisher aus. Für Dienstag und Mittwoch sind in der US-Hauptstadt weitere Gespräche geplant. Nach Angaben des libanesischen Präsidialamts sollen dabei die jüngsten Fortschritte beraten und mögliche nächste Schritte ausgelotet werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion