Israel

Macklemore trotzt Kritik: «Free Palestine»-Rufe bei Sheeran

Macklemore sorgt auf Ed-Sheeran-Tour mit Nahost-Reden für Wirbel – jetzt fordert eine Petition seinen Rauswurf.

08.09.2026, 08:48 Uhr

US-Rapper Macklemore bleibt trotz deutlicher Kritik an seinen politischen Aussagen als Voract von Ed Sheerans laufender Tour bei seiner Haltung. „Dass alle Menschen gleich behandelt werden sollten, darf niemals kontrovers sein“, schrieb der 43-Jährige am Montag Ortszeit auf Instagram. Dazu veröffentlichte er ein Video mit zwei Redebeiträgen, die er laut Medienberichten am Freitag und Samstag bei Konzerten im MetLife Stadium im US-Bundesstaat New Jersey gehalten haben soll.

Laut dem Clip sagte Macklemore am Freitag, ein Grund für seine Teilnahme an der Tour sei gewesen, auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika zwei Worte auszusprechen, die ihm besonders wichtig seien: „Free Palestine“. Diese Worte sollten „laut und deutlich“ zu hören sein, damit die Menschen in Gaza bis hin zum besetzten Westjordanland wüssten, dass sie nicht vergessen seien.

Pro-israelische Organisation startet Petition

Am Samstag bekräftigte der Musiker seine Position den Berichten zufolge erneut. In dem auf Instagram geteilten Video ist zu hören, wie er sich an „seine jüdischen Brüder und Schwestern“ wendet. Kritik an Israel, Kritik an Apartheid und die Ablehnung von Völkermord seien keine Kritik an Juden, sagte er demnach. Seine Botschaft gelte Frieden, Liebe sowie dem Anspruch, dass alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden.

Die Organisation Israeli-American Council (IAC) startete laut Medien am Sonntag eine Petition, in der Ed Sheeran aufgefordert wird, Macklemore nicht weiter im Rahmen der Tour auftreten zu lassen. Darin heißt es, es habe sich um ein Ed-Sheeran-Konzert gehandelt – „keine politische Kundgebung, keine Protestveranstaltung und keine Aktivisten-Show“. Zudem betont die Petition: „Meinungsfreiheit bedeutet nicht Freiheit von Verantwortung. Deine Show. Deine Bühne. Deine Verantwortung.“

Ed Sheeran äußerte sich zunächst nicht zu Macklemores Auftritten.

Völkermord-Vorwurf beim Deichbrand-Festival

Der aus Seattle stammende Rapper, der bürgerlich Benjamin Haggerty heißt, positioniert sich seit Jahren politisch. 2024 veröffentlichte er den propalästinensischen Song Hind’s Hall, 2025 folgte Fucked up. In den Liedern wirft er Israel Genozid vor. In einem dazugehörigen Musikvideo vergleicht er zudem einen Jungen aus dem Warschauer Ghetto mit einem Jungen aus dem Gazastreifen. Auf die Hamas und deren Massaker vom 7. Oktober 2023 geht er in den Songs nicht ein.

Auch bei seinem Auftritt beim Deichbrand-Festival 2025 in Deutschland sorgte Macklemore mit politischen Aussagen für Kritik. Dort sagte er auf Englisch, es gebe Menschen – möglicherweise auch im Publikum –, denen gesagt worden sei, es sei antisemitisch, sich gegen den „Völkermord Israels am palästinensischen Volk“ auszusprechen. Man solle sich nicht von „kolonialer Sprache“ täuschen lassen. Schon vor dem Konzert hatte der Auftritt bundesweit Kritik und Empörung ausgelöst.

Der Zentralrat der Juden wirft Macklemore Antisemitismus vor und hatte vor einem Festivalbesuch gewarnt. Die Festivalleitung in Niedersachsen reagierte nach eigenen Angaben mit einem Antisemitismuskonzept, Schulungen und einem öffentlichen Bekenntnis gegen Hass und Gewalt.

Hamas-Massaker als Auslöser des Gaza-Kriegs

Am 7. Oktober 2023 töteten Angreifer der Hamas bei ihrem Massaker in Israel rund 1.200 Menschen und verschleppten mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza. Der beispiellose Überfall der islamistischen Terrororganisation war der Auslöser des Gaza-Kriegs. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seitdem im Gazastreifen mehr als 73.400 Palästinenser getötet. Menschenrechtsorganisationen und UN-Gremien werfen Israel wegen seines Vorgehens in dem Krieg unter anderem Kriegsverbrechen vor.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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